Freitag, 20. Oktober 2017

Klartraum-Plausch X: Würdest du viel Geld für ein Klartraum-Induktionsgerät ausgeben?

In der zehnten Ausgabe des Klartraum-Plauschs von Traumlektuere.com geht es um die Frage:

Würdest du viel Geld für ein Klartraum-Induktionsgerät ausgeben?
Eine gute Frage, die man von vielen Seiten beleuchten kann.
Leider gibt es momentan keine zuverlässige technische Möglichkeit, Klarträume hervorzurufen. Die auf den ersten Blick vielversprechende transcranielle Wechselstromstimulation (tACS) entpuppte sich als Luftnummer. Die besser erforschte Methode, dem Träumer von außen durch Leuchtdioden zu signalisieren, dass er gerade träumt,  ist da etwas wirksamer. Von 'Klarträumen auf Bestellung' sind beide Methoden noch weit entfernt.

Angenommen, es gäbe so ein Gerät, das bei einmaliger Anwendung einen Klartraum hervorrufen würde, wie viel Geld würde ich dafür ausgeben? Würde ich es überhaupt haben wollen?

Wie viel Geld ist viel?

Der durchschnittliche Nettolohn in Deutschland betrug 2016 etwa 1800 €. Ein Tageslohn wäre dann bei 90€.
Würde ich vier Tage nur dafür auf die Arbeit gehen, dass ich mir das besagte Gerät leisten kann? Eine Playstation kostet mit etwas Zubehör etwa so viel. Wären mir regelmäßige Klarträume so viel wert wie eine Playstation?
Würde ich einen halben Monat nur dafür arbeiten, um regelmäßig klar träumen zu können? Eine Woche Urlaub würden etwa so viel kosten. Was würde ich wählen: Eine Woche Urlaub oder regelmäßige Klarträume?

Was ist ein mir ein Klartraum wert?

Interessant ist auch die Frage: Wie viel ist mir ein Klartraum wert? Kann ich den Wert eines luziden Traums in Geld bemessen?
Wenn ich das Klarträumen nur zur Unterhaltung betreibe, wäre es mir dann so viel wert wie ein Kinobesuch? Oder ein Besuch im Zoo?
Wenn ich aber kreativ tätig bin, dann könnte ein Klartraum viel mehr wert sein. Die Melodie von Yesterday hatte Paul McCartney in einem Traum. Das unbegrenzte kreative Potenzial eines Klartraums anzapfen zu können, wäre einigen sicherlich mehr Geld wert.

Langzeiteffekte des Gerätes

Wie würde sich die Benutzung des fiktiven Gerätes auf meine langfristige Fähigkeit zum Klarträumen auswirken? Würde ich davon auch ohne Gerät ein besserer Klarträumer (Ähnlich wie bei Stützrädern am Fahrrad)?
Das würde meine Kaufentscheidung noch weiter beeinflussen.

Meine Entscheidung

In einer neuen Studie der Universität Adelaide konnten 53% der Teilnehmer innerhalb einer Woche ihren ersten Klartraum bekommen - ganz ohne äußere Hilfsmittel. Die Kombination von Reality Checks und MILD/WBTB führte zu einer phänomenalen Erfolgsquote von 17%. Hut ab!
Ich denke, dass das größte Potenzial nicht in äußeren Hilfsmitteln sondern in der Entwicklung neuer und effektiveren Techniken liegt.

Wenn mir jemand ein tatsächlich wirksames Gerät anbieten würde, würde ich es für 200€ kaufen.

Siehe auch:

Alle Beiträge zum Klartraum-Plausch

Freitag, 13. Oktober 2017

ASMR und Klarträume

ASMR, ausgeschrieben Autonomous Sensory Meridian Response, ist ein kribbelndes Gefühl, das sich vom Nacken über die Kopfhaut und den Rücken ausbreitet. Von der Art her würde ich ASMR so beschreiben, wie wenn man von einem dieser SensusMagnus-Kopfmassage-Geräten massiert wird. Dieses Gefühl wird durch verschiedene Reize wie etwa Flüstern, Papierrascheln oder von Trommel von Fingernägeln auf einer harten Oberfläche ausgelöst. ASMR tritt jedoch nicht bei allen Menschen auf.
In den sozialen Medien hat sich eine große Community gebildet, sogenannte ASMRtists veröffentlichen Videos mit Triggern, die bei ihren Zuschauern dieses manchmal als tranceartig beschriebene Gefühl auslösen sollen. Die größten Kanäle haben über 1,3 Millionen Abonnenten.
Es scheint eine Verbindung zum Klarträumen zu geben: Einige Klarträumer nutzen ASMR, um bewusster Einschlafen zu können und im Gegenzug haben viele ASMR-Künstler auch Videos veröffentlicht, in denen sie mit flüsternder ASMR-Stimme das Klarträumen erklären.
Besonders gut gefallen mir die Videos von Olivia Kissper. Auch ohne ASMR sind ihre Videos gut recherchiert und informativ.


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Siehe auch:

Artikel über ASMR in der englischen Wikipedia
An examination of the default mode network in individuals with autonomous sensory meridian response (ASMR)

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Gedanken zu Telepathie und Shared Dreams

Anlässlich des Discord-Treffens des Träume-Bewusstseins-Netzwerks am 13.10.2017 zum Thema Telepathie und Shared Dreams wollte ich ein paar Gedanken festhalten und teilen, da ich zeitlich leider nicht am Treffen teilnehmen kann.
Wie kann man Telepathie und Shared Dreams am besten untersuchen?
Im Ankündigungstext der Veranstaltung steht:
Verschiedene Weltbilder und neue Besucher sind herzlich willkommen.
Ich hoffe, dass ich mit diesen Gedanken ein wenig beitragen kann.
Der verflixte Zufall und andere Fallstricke
Die Herausforderung paranormalen Experimenten liegt darin, einerseits die Ergebnisse eindeutig vom Zufall abzugrenzen und andererseits dafür zu sorgen, dass man wirklich ein paranormales Phänomen beobachtet.
Der menschliche Geist bzw. die menschliche Wahrnehmung ist zu beeindruckenden Leistungen fähig, die auf den ersten Blick wie Telepathie wirken. Mentalisten wie Thorsten Havener oder Derren Brown sind fähig, anhand der unbewussten Gesichtszuckungen einer Versuchsperson ihre Handynummer herauszufinden, nur indem sie die Person dabei beobachten, wie sie die Nummer im Geist durchgeht.
Dieses Phänomen ist nicht nur auf Menschen beschränkt. Paul Watzlawick beschreibt in 'Wie wirklich in die Wirklichkeit' die Geschichte vom 'klugen Hans', einem Pferd, das ihm gestellte Rechenaufgaben mit Klopfen des Hufs beantwortet. Auf den ersten Blick könnte man vermuten, dass das Pferd die menschliche Sprache versteht und tatsächlich rechnen kann. Tatsächlich liest das sensible Tier die Körpersprache des Menschen. Sobald die richtige Anzahl an Klopfzeichen erreicht ist, sendet man unbewusst ein Signal und das Pferd stellt das Klopfen ein.
Diese Kommunikation sollte man beim Design eines geeigneten Experiments im Hinterkopf behalten und einen unbewussten Informationsfluss unterbinden.
Wie kann man sicher sein, dass das Ergebnis des Experiments tatsächlich einen Effekt beschreibt und nicht nur auf blankem Zufall beruht? Mithilfe statistischer Methoden kann diesem Problem beikommen.
Mathematisch am einfachsten ist es, das Experiment als Bernoulli-Versuch zu designen. Ein Bernoulli-Versuch ist ein Experiment, das beliebig oft wiederholt werden kann und dessen Ergebnisse keinen Einfluss auf das nächste Ergebnis haben werden. Weiterhin gibt es nur zwei mögliche Ausgänge (Erfolg und Misserfolg) und konstante Wahrscheinlichkeiten. Diese Begriffe werden im folgenden Kapitel genauer erklärt.
Zener-Karten
Telepathie lässt sich gut durch die Zener-Karten untersuchen. Hierbei handelt es sich um ein beliebig großes Set an Karten mit fünf unterschiedlichen Symbolen. Die beiden Teilnehmer haben die Aufgabe, der anderen Person den Inhalt der Karte telepathisch mitzuteilen.
Dieses Experiment erfüllt genau die Kriterien des Bernoulli-Versuchs: Kann beliebig oft wiederholt werden, die Ergebnisse sind quasi unabhängig von dem vorherigen Ergebnis, es gibt nur Erfolg (richtig übertragen) und Misserfolg (keine Übereinstimmung) und eine konstante Wahrscheinlichkeit (wenn der Teilnehmer raten würde, läge er immerhin in 20% der Fälle richtig).
Beim Bernoulli-Versuch gibt es Richtwerte, wie häufig ein Ergebnis aus blankem Zufall auftreten würde.
Ohne zu sehr ins Detail zu gehen hier eine Beispielrechnung:
Untersucht wird ein Kartendeck mit 100 Karten. Rein zufällig würden wir einen Wert von 20 Erfolgen erwarten. 100 Karten mal einer Wahrscheinlichkeit von 0,2 ergeben den Erwartungswert von 20.
mü = n mal p
Wenn unser Testpaar 20 Erfolge hat, wäre es sehr wahrscheinlich, dass es sich bei diesem Ergebnis um Zufall handelt. Wie sieht es aber bei 21 Erfolgen aus? Oder bei 30? Ab wie vielen Erfolgen können wir tatsächlich von einem Effekt sprechen, der über den Zufall hinaus geht?
Hierfür gibt es den Wert der Standardabweichung Sigma. Diese berechnet sich aus der Wurzel aus der Anzahl der Versuche, der Erfolgswahrscheinlichkeit und der Misserfolgswahrscheinlichkeit. 
 Sigma = Wurzel aus n mal p mal q
Bei den 100 Versuchen und einer Erfolgswahrscheinlichkeit von 0,2 (=20%) und einer Misserfolgswahrscheinlichkeit von 0,8 ergibt sich ein Wert von 4.
Durch die Sigma-Regeln können wir sagen, dass bei so einem Experiment in 68% der Fälle das Ergebnis zwischen 16 und 24 liegen wird. Allein durch den Zufall.
In 95,5% der Fälle wird das Ergebnis zwischen 12 und 28 liegen und in 99,7% der Fälle wird das Ergebnis zwischen 8 und 32 Erfolgen liegen. Das heißt, bei einem einzelnen Experiment wäre bei mehr als 28 Treffern ein anderer Effekt als der Zufall zu vermuten.
Das gilt aber nicht, wenn ich das Experiment von oben mit 100 unterschiedlichen Versuchspersonen durchführe. In 95,5% aller Fälle liegt das Ergebnis allein durch den Zufall außerhalb des angegebenen Bereichs, d.h. 4,5% der Teilnehmer liegen entweder unter 12 oder über 28 Treffern.
Wenn man eine große Menschengruppe untersucht, müssen deutlich strengere Maßstäbe verwendet werden.
Die Ganzfeld-Versuche
Eine ebenfalls gerne verwendete Methode, um telepathische Phänomene zu untersuchen, sind Experimente,  die auf dem Ganzfeld-Effekt beruhen. Versuchsperson 1 sieht sich in einem Raum  einen Film an, Versuchsperson 2 befindet sich in einem anderen Raum in einem Zustand des Reizentzugs: Über halbierte Tischtennisbälle und Kopfhörer werden alle Umweltreize abgeschirmt, was das Gehirn dazu bewegt, in einen traumartigen Zustand überzugehen. Die Versuchsperson 2 spricht ihre Gedanken, Visionen und Assoziationen laut aus. Diese werden dokumentiert und einem unabhängigen Juror vorgelegt. Anhand dieses Berichts soll der Juror den Film von Versuchsperson 1 aus einer Liste von vier Filmen auswählen.
Hier haben wir wieder ein Bernoulli-Experiment, auf das wir die Formeln von oben anwenden können.
Experimente zur Traumtelepathie
Die oben beschriebenen Experimente können leicht modifiziert für traumtelepathische Experimente verwendet werden. Idealerweise gibt es drei bis vier Beteiligte. Einen Sender, einen Empfänger, einen Juror und eine Person, die die Auswertung macht.
Übertragung von Bildern
Aus einer Sammlung von Bildern (z.B. von Pixabay.com) werden 4 Bilder zufällig ausgewählt. Diese werden dem Juror übergeben. Aus den verbleibenden vier Bildern wählt der Auswerter wiederum eines zufällig aus, das er dem Sender übergibt.
Der Empfänger versucht in der Nacht vorher, dem Empfänger das Bild auf irgend eine Weise telepathisch mitzuteilen (Dabei darf, nachdem der Sender das Bild bekommen hat, kein Kontakt mehr stattfinden).
Der Traumbericht des Empfängers wird dem Juror übermittelt und er versucht, anhand des Berichts ein Bild auszuwählen und teilt seine Wahl dem Auswerter mit.
Übertragung von Filmen
In Zeiten von Youtube und Netflix kann dieses Experiment auch mit Videofilmen wiederholt werden. Die Auswertung bleibt dabei gleich.
Vergleich der Träume
Die Methode, über einen Juror Traumberichte einem anderen Ereignis zuzuordnen, könnte man theoretisch auch auf jeden Traumbericht einer Nacht von zwei Personen anwenden. Dem Juror würden je vier Traumberichte vorgelegt, von denen je einer des Empfängers und Senders tatsächlich aus einer Nacht stammen. Die Erfolgswahrscheinlichkeit, dass der Juror tatsächlich die richtigen Traumberichte zuordnet, läge hier bei 1/16el.
Bei der Auswertung müsste man noch beachten, dass die Standardabweichung Sigma größer als 3 sein muss, damit man die Sigma-Regeln anwenden darf.
Dieses Experiment hätte jedoch den Nachteil, dass es nicht nur auf tatsächliche Telepathie anschlagen würde, sondern auch auf gemeinsame Lebensereignisse der Versuchspersonen, wie z.B. Jahreszeiten, Wohnort oder ähnlichem.
Deshalb würde ich die Versuche 1 und 2 vorziehen, wenn sich genügend Teilnehmende finden.
Ich wünsche euch einen schönen Chat und viel Spaß beim Träumen
Siehe auch:
 

Freitag, 29. September 2017

Klartraum-Plausch - KTP IX: Wie könnte die Gesellschaft am meisten vom Klarträumen profitieren?


In der neunten Ausgabe des Klartraum-Plauschs von Traumlektuere.com geht es um die Frage:
Wie könnte die Gesellschaft am meisten vom Klarträumen profitieren?
Ich bin davon überzeugt, dass jeder, der sich mit dem Klarträumen befasst und einige Erfahrung im Klarträumen sammelt, davon profitieren wird. Wenn einzelne Mitglieder der Gesellschaft profitieren, dann wird auch die Gesellschaft als ganzes profitieren.

Albträumen den Schrecken nehmen

Alleine dadurch, dass man durch das Klarträumen ein sehr zuverlässiges Mittel gegen Albträume an der Hand hat, gewinnt der Schlaf deutlich. Das führt für den Betroffenen zu mehr Lebensqualität und zu erholsamerem Schlaf. Man hat mehr Energie, die Dinge im Leben anzupacken, die einem wichtig sind.
Jeder Klartraum an sich ist ein tiefes Erlebnis - Viele Klarträumer berichten, dass sie nach einem Klartraum euphorisch und beschwingt durch den Tag gehen. Diese Begeisterung hält bei manchen Träumern sogar über eine Woche an. Dadurch ist man deutlich resistenter gegenüber Stress und ruht mehr in seiner Mitte. Diese Euphorie kann auch auf andere Menschen überspringen.

Kreativität und Problemlösung

Träume sind eine unerschöpfliche Quelle der Kreativität. Nicht nur Künstler sondern jeder, der einen kreativen Ansatz benötigt, kann davon profitieren. Neue Lösungsansätze für berufliche und private Probleme können zu vollkommen neuen Ergebnissen führen - Beziehungen können harmonischer gestaltet oder auf eine komplett neue Basis gestellt werden, neue Herangehensweisen in beruflichen Herausforderungen können zu mehr Innovation führen.
In 'Träume, was du träumen willst: Die Kunst des luziden Träumens' beschreibt Stephen LaBerge viele Beispiele, in denen Träumer das kreative Potenzial ihrer Träume genutzt haben.
Künstler aller Art können Inspiration für neue Werke finden. In 'The Dreams behind the Music' hat der Craig Sim Webb mehr als 100 Musiker portraitiert, deren Musikstücke von Träumen inspiriert wurden. Maler können als Klarträumer ihre Traumbilder bewusst intensivieren, Architekten können die Kreativität ihrer Träume nutzen, um neue Wege zu gehen - Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt.
Wie könnte eine Gesellschaft aussehen, die dieses Potenzial nicht ungenutzt lässt sondern systematisch nutzt?

Psychohygiene

Besonders beeindruckend fand ich die Geschichte aus Paul Tholeys Buch 'Schöpferisch Träumen': Ein Mann, der sich irgendwie unzufrieden fühlte, begann aus Neugierde, das Klarträumen zu lernen. Nach einem emotional erschütternden Klartraum, in dem er viel über sich gelernt hat, verbesserten sich plötzlich die Beziehung zu seinen Mitarbeitern und seiner Familie. Er hat es geschafft, die Botschaften seines Unbewussten zu verstehen und sein Verhalten zu ändern.
In 'Schöpferisch Träumen' finden sich viele weitere Klartraumberichte, in denen die Träumenden wertvolle Informationen über sich selbst bekamen und ihr Verhalten ihren Mitmenschen gegenüber dadurch überdenken konnten.

Bewusstheit

Ich habe den Eindruck, dass klar zu träumen auch das Bewusstsein für die Dinge im Wachleben schärft. Das Klarträumen scheint die Sinne für einen bewussteren und intensiveres Erleben zu öffnen - Der Geschmack eines Stücks Kuchen oder der Eindruck eines Kunstwerks werden viel bewegender und bedeutsamer empfunden.
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Studie der Universität Northampton: Nach einem zwölfwöchigen Training im Klarträumen konnten die Forscher zeigen, dass sich Wahrnehmung verändert hat. Die Testpersonen hatten eine reduzierte Feldabhängigkeit.







https://www.northampton.ac.uk/news/researchers-demonstrate-impact-of-lucid-dreaming/


“People high in this characteristic tend to be more self-sufficient, less reliant on colleagues support when completing tasks, have a much stronger internal compass, and tend to perform better in formal educational programmes than field dependent individuals.”
Würde die Gesellschaft davon profitieren, wenn mehr ihrer Mitglieder weniger feldabhängig wären?

Wie kann die Gesellschaft am meisten profitieren?

Je mehr Leute vom Klarträumen wissen, umso mehr Leute werden wahrscheinlich anfangen, sich bewusst damit auseinanderzusetzen und von den positiven Wirkungen zu profitieren. Ich habe sogar einige Leute getroffen, die nur vom Klarträumen zu hören brauchten und in der Nacht darauf schon ihren ersten Klartraum hatten.
Wenn das Klarträumen mehr in die öffentliche Diskussion käme und seriös und gut recherchiert rübergebracht wird, dann kann ein Maximum an Menschen die Vorteile nutzen.
Denkbar fände ich auch, das pädagogisch Tätige darin zu schulen, wie man die Kunst des luziden Träumens optimal unterrichtet. Besonders Kindergärtner*innen oder Grundschullehrer*innen könnten so Kindern, die unter Albträumen leiden, gut helfen.
Kunst- und Musikhochschulen könnten Klartraum-Retreats anbieten und natürlich könnte sich das Klarträumen unter psychotherapeutisch Tätigen weiter verbreiten.





Siehe auch:

Alle Beiträge zum Klartraum-Plausch

Freitag, 15. September 2017

Erwartungshaltung und Selbsterfüllende Prophezeiungen beim Klarträumen

Gerade beim Lernen des Klarträumens spielt die Erwartungshaltung eine bedeutende Rolle.
In Situationen, die sich in die eine oder die andere Richtung entwickeln können, gibt die persönliche Erwartung häufig den entscheidenden Auslöser, einen Schubs in die eine oder andere Richtung. Dieses Phänomen bezeichnet man auch als 'sich selbst erfüllende Prophezeiung'.
Die Definition in der Wikipedia lautet:
„Die selbsterfüllende Prophezeiung ist anfänglich eine falsche Bestimmung der Situation, sie verursacht [aber] ein neues Verhalten, das bewirkt, dass die ursprünglich falsche Auffassung richtig wird. Die vordergründige Gültigkeit der selbsterfüllenden Prophezeiung führt eine Herrschaft des Irrtums fort. Denn der Prophet wird den tatsächlichen Gang der Dinge als Beweis dafür anführen, dass er von Anfang an recht hatte.“
Der Artikel in der Wikipedia führt das Konzept noch weiter aus und liefert viele einleuchtende und belegte Beispiele. Im folgenden möchte ich einige Beispiele aus der Klarträumerei anführen.
In diesem Artikel möchte ich ein paar Erfahrungen mit den selbsterfüllenden Prophezeiungen festhalten. Ich hoffe, dass wenn man die selbsterfüllende Prophezeiung als solche entlavt, sie ihre Macht verliert.

Stabilität

In der Community gab es eine hitzige Diskussion darüber, ob der erste Klartraum grundsätzlich sehr kurz sei. Person A behauptete, dass dies der Regelfall sei. Bei jedem, der von ihm das Klarträumen gelernt habe, sei dieser Effekt aufgetreten. Es stellte sich heraus, dass er genau das in sein Tutorial geschrieben hatte.
Klarträumer, die davon nichts gehört haben, erleben diesen Effekt nicht. Im Gegenteil - in 'Schöpferisch Träumen' schreibt Paul Tholey von Klartraumanfängern, die regelrecht klaustrophobisch wurden, weil sie aufzuwachen versuchten und es ihnen eine Zeitlang nicht gelang.


Meiner Erfahrung nach hat die Länge und Stabilität auch nichts mit der Klartraum-Erfahrung zu tun. Meine ersten Klarträume waren ebenfalls sehr lang und stabil. Wenn man noch mehr Stabilität im Klartraum haben möchte, kann man eine Stabilisierungstechnik anwenden.

Klarheit-bewahrende Techniken

Oft hört man in Diskussionen, dass man die WILD-Technik als Anfänger gar nicht zu versuchen braucht, weil sie so schwer sei. Das führt dazu, dass sich kaum Anfänger an Klarheit-bewahrenden Techniken versuchen. Das ist ein schönes Beispiel für eine selbsterfüllende Prophezeiung: Sehr wenige Anfänger haben Erfolg mit WILD-Techniken, einfach nur, weil sehr wenige Anfänger WILD-Techniken versuchen.


Ich vermute das Gegenteil: Bei WILD-Techniken kann man stetig auch kleine Erfolgserlebnisse erleben und sich darüber freuen, was die Motivation hoch hält. In Verbindung mit einem WBTB halte ich die neuen Ansätze wie SSILD oder FILD für effektiver und schneller.

Wirksamkeit der Techniken

Die Erwartungshaltung oder die Herangehensweise spielt auch bei der langfristigen Wirksamkeit der Klartraumtechniken eine Rolle. Ein Teil der Klarträumer hat das Paradigma, dass eine Klartraumtechnik wie eine Droge wirkt und dass sich gegen die Technik eine Art Toleranz entwickelt. Deshalb gehen sie von einer langfristigen Abnahme der Wirksamkeit der Techniken aus.
Die andere Gruppe sieht die Anwendung der Techniken als Training der Bewusstheit. Mit jedem Tag wird man bewusster, was durch die Neuroplastizität dafür sorgt, dass man langfristig immer bessere Erfolge erzielt und immer häufiger Klarträume bekommt - ähnlich wie ein Läufer immer ausdauernder wird und irgendwann einen Marathon oder Ultramarathon laufen kann.


Interessanterweise haben beide Gruppen recht. Beide Gruppen bekommen genau die Ergebnisse, die sie erwarten.

Erholung

Sind Klarträume so erholsam wie normale Träume? Gelegentlich höre ich die Befürchtung, dass man sich durch Klarträume nicht so gut erholen kann wie durch unbewusste Träume.
Hier scheint ebenfalls die Erwartungshaltung eine Rolle zu spielen: Wer erwartet, nach einem Klartraum schlecht erholt aufzuwachen, wird sich danach müde fühlen, wohingegen andere regelrecht euphorisiert in den Tag starten.


Albträume

Auch beim Inhalt der Klarträume scheint die Erwartungshaltung einen Einfluss zu haben. In seltenen Fällen befürchten Klartraum-Anfänger, dass die Luzidität zu Albträumen führen könnte und erleben diese dann auch. In wissenschaftlichen Studien hat sich jedoch genau das Gegenteil herausgestellt: Klarträume sind ein wirksames Mittel, um Albträume zu bekämpfen.
Besonders die von Paul Tholey entwickelte Methode, um Albträumen zu begegnen, hat sich als sehr wirksam erwiesen.

Seinen Namen aussprechen

Der Philosoph P.D. Ouspensky glaubte, dass man im Traum seinen eigenen Namen nicht aussprechen könne. Stephen LaBerge beschreibt die Erfahrungen einiger Klarträumer und Klarträumerinnen in Träume, was du Träumen willst und kommt zu folgendem Schluss:
[Abgesehen davon, dass ich hörte, wie meine Stimme meinen Namen aussprach, passierte nichts Ungewöhnliches.] Offesichtlich waren Ouspensky, Greens Testperson und [Patricia] Garfield von ihren vorherigen Erwartungen stark konditioniert gewesen. Dasselbe gilt natürlich für uns alle. Für Träume gilt noch stärker, was auch für das Leben im Wach zustand gilt: Wenn sie glauben, sie können es nicht, dann können sie es auch nicht. Wie Hentry Ford einst sagte: "Sie könne glauben, dass sie können, oder glauben, dass sie nicht können. Sie haben in jedem Fall recht. "

siehe auch:

Artikel über die Selbsterfüllenden Prophezeiungen in der Wikipedia
Artikel über den Pygmalion-Effekt in der Wikipedia
Macht der Erwartungshaltung - Podcast mit vielen Beispielen für selbsterfüllende Prophezeiungen
Der Schlüssel zum Klarträumen - Artikel von Silverbullet
So erschaffen wir unseren Erfolg selbst! // Alexander Hartmann



Donnerstag, 7. September 2017

Klartraumplausch VIII - Was macht deine bisher wichtigste Lektion im Klartraum aus

In der achten Ausgabe des Klartraum-Plauschs von Traumlektuere.com geht es um folgende Frage:

Was macht deine bisher wichtigste Lektion im Klartraum aus?

Das Besondere am Klarträumen ist für mich, dass man quasi im Vorbeigehen sehr wertvolle Erkenntnisse über sich erhält. Besonders schön finde ich dafür die Klartraumberichte aus Schöpferisch Träumen von Paul Tholey.
Ich selbst hatte einen emotional sehr intensiven Klartraum, in dem mir eine Traumfigur mittelfreundlich gezeigt hat, dass ich im Wachleben eine sehr unsympathische Angewohnheit habe. Als mir im Klartraum bewusst wurde, dass die Traumfigur recht hatte, hat mich das geschockt. Nach dem Aufwachen konnte ich aber mein Verhalten ändern.
Auch wenn die Lektion unangenehm bis schmerzhaft war, würde ich sie doch als meine wertvollste bezeichnen.

Siehe auch:

Alle Beiträge zum Klartraum-Plausch

Montag, 7. August 2017

Meditation der Woche - 12

Das Konzept der Meditation der Woche:
Jede Woche wird eine Meditationsform vorgestellt, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
Jeden Tag kann man diese über den Tag verteilt zwischen zehn- und zwanzigmal nach Belieben durchführen, z.B. in Verbindung mit den Reality Checks. Bereits eine Minute oder auch nur ein kurzer Moment hat schon eine beachtliche Wirkung.

Woche 12:

Ruhe gelöst im Körper - wie ein hohler Bambus





Wenn man still dasitzt, stellt man sich vor, man sei ein hohler Bambus - eine Röhre. Dieses Gefühl stellt sich sehr schnell ein und hat spannende Auswirkungen auf das Bewusstsein.
Diese Meditation wird sehr ausführlich im Buch Meditation - die erste und letzte Freiheit von Osho beschrieben.

Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche