Montag, 1. August 2011

Der Klartraum - Luzidität

Viel ist in letzter Zeit über klare oder luzide Träume, geschrieben worden. Foren, Blogs und kommerzielle Homepages schießen wie Pilze aus dem Boden, viele Anbieter des Brainwave-Entrainments bieten Tonträger an, die helfen sollen, diesen Zustand zu erreichen. Gibt man 'Lucid Dream' bei Google Trends ein, zeigt sich ein deutlicher Peak Ende 2010: Inception.

Was genau macht denn einen Klartraum oder luziden Traum aus?

Das Wort "Klartraum" wurde vom Professor für Psychologie Paul Tholey geprägt, der u. a. an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt und der technischen Universität Braunschweig lehrte.
Er verwendete 'Klartraum' in Anlehnung an das ältere Wort 'Lucid Dream', das der Psychotherapeut und Traumforscher Frederick van Eeden (1860 - 1932) verwendete.

Was wird denn im Klartraum klar?
Klar wird mir, dass ich mich in einem Traum befinde. In einem lichten oder klaren Moment (lucid moment) erkenne ich den Traum als solches, wie Saito in der Teppichszene in Inception.
In dieser wird Saito (Ken Watanabe) auf den Boden gestoßen und fühlt den Teppich unter seinem Gesicht, wo er einen Fehler in der Realität entdeckt: Er stellt fest, dass der Teppich in seinem tatsächlichen Arbeitszimmer aus einem anderen Material besteht und es sich somit um einen weiteren Traum handeln muss. Er ist klar geworden.

Wenn man einen Traum als solches erkennt, so steht einem ein Universum mit fast unbegrenzten Möglichkeiten offen. Und das Tolle ist: Jeder kann es lernen!
Wichtig ist, sich gut in das Thema einzulesen. Mit dem Kauf des Buches 'Schöpferisch Träumen' von Paul Tholey macht man nichts falsch, Aber man findet alle wichtigen Informationen im Netz. Gute Anlaufpunkte sind z.B. das Wikibook "Klartraum", das Klartraumforum oder das Klartraum-Wiki.

Verschiedene Stadien der Klarheit
Jeder Klartraum unterscheidet sich hinsichtlich der Klarheit des Geistes, der Handlungsfreiheit und der Plastizität und wahrscheinlich tausend weiteren Eigenschaften, die man ihm geben möchte. So wie es unmöglich ist, zweimal den selben Fluss hinabzugehen, ist es fast unmöglich zweimal den selben Traum zu träumen.

Damit man einen Traum als Klartraum bezeichnen kann, gibt es laut Paul Tholey sieben Kriterien, von denen die ersten vier erfüllt sein müssen, die letzten drei sind lediglich Kann-Kriterien:
  1. Der Träumer ist sich darüber im Klaren, dass er träumt.
  2. Der Träumer ist sich über seine Entscheidungsfreiheit im Klaren.
  3. Das Bewusstsein ist klar, es gibt keine traumtypische Verwirrung oder Bewusstseinstrübungen.
  4. Die Wahrnehmung der fünf Sinne ist wie im Wachzustand.
  5. Es besteht Klarheit über das Wachleben, also darüber, wer man ist oder was man sich für den Klartraum vorgenommen hat.
  6. Nach dem Traum gibt es eine klare Erinnerung.
  7. Der Träumer ist sich über den Sinn des Traums im Klaren.
Soweit ist ja alles klar?
Jetzt geht es nur noch darum, die klaren Träume regelmäßig zu bekommen.

Für alle Skeptiker, die daran zweifeln, dass Klarträume wissenschaftlich nachgewiesen wären und Wikipedia nicht trauen: Einfach mal in der PubMed nachschlagen... Wissenschaftlicher geht nicht.

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Tholey
http://de.wikipedia.org/wiki/Frederik_van_Eeden
http://www.lucidity.com/vanEeden.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Klartraum

Klartraumforum.de

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