Freitag, 5. August 2011

Lucid Dreaming - Shock your Mom!

Vor einiger Zeit gab es mal diese lustigen Poster mit der Aufschrift: "Shock your Mom - Drink Milk!" oder "Shock your Mom - Read a Book!". Ähnlich schockierende Erlebnisse werden wohl die Eltern eines beginnenden Klarträumers haben:
Es handelt sich hierbei um Tips und Anregungen, die bei mir und anderen funktioniert haben, die aber keinesfalls als Dogma oder ähnliches anzusehen sind.

1. Schock your Mom - Read a Book!
Wie schon geschrieben besteht meiner Meinung nach die beste Möglichkeit, das Klarträumen zu lernen, darin, ein Buch darüber zu lesen und die darin beschriebenen Übungen zu machen.
Mein absoluter Favorit für Anfänger ist 'Schöpferisch Träumen' von Paul Tholey. Den einzigen Kritikpunkt finde ich die manchmal etwas überhebliche Schreibe des Autors und den etwas eigentümlichen Buchuntertitel. Aber wer darüber hinwegliest, kann aus dem Buch viel Nützliches ziehen.

'Exploring the World of Lucid dreaming' von Stephen LaBerge finde ich vom Schreibstil und Informationsgehalt sogar fast noch besser, jedoch wird das Prinzip des Klarträumens nicht ganz so mundgerecht wie bei Tholey serviert, finde ich. Ein weiterer Vorteil und gleichzeitig Nachteil ist die unheimlich hohe Informations- und Übungendichte. Man wird mit Anregungen, Übungen und Techniken geradezu überschüttet.
Mittlerweile ist es auf Deutsch unter dem Titel Luzides Träumen: Die Kunst Des Luziden Träumens im Buchhandel erhältlich. Wie wohl jedes gute Buch hat es auch beim zweiten und dritten Lesen noch einige Informationen und Überraschungen parat.

Charlie Morleys Buch Dreams of Awakening: Lucid Dreaming And Mindfulness Of Dream And Sleep ist ebenfalls sehr lesenswert. Dieser Titel ist momentan nur auf Englisch erhältlich.

Natürlich gibt es auf dem Markt noch sehr viel mehr gute Bücher zum Thema, die teilweise auch aus unterschiedlichen Blickwinkeln sich dem Thema nähern.

Das tibetische Traumyoga ist in den buddhistischen Kontext eingebettet und hat als zentralen Aspekt den Umgang mit Träumen und Klarträumen. Das wohl bekannteste Buch im deutschsprachigen Raum hierzu ist wohl 'Übung der Nacht - Tibetische Meditationen in Schlaf und Traum' von Tenzin Wangyal Rinpoche.

Sowohl in einigen Qi-Gong-Büchern und Büchern zu taoistischen Meditationen finden sich Hinweise auf Klarträume wie auch in Werken mit kabbalistischem, tantrischen (z.B. Osho) oder auch schamanischem (Castaneda - Die Kunst des Träumens) Hintergrund. Es würde den Rahmen hier sprengen, diese alle aufzuzählen.

Mit welchem Buch man am besten arbeiten kann muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich arbeite im Moment mit tibetischem Traumyoga, aber das wechselt immer mal wieder.

2. Shock your Mom - Drink Tea!
Matcha, ein besonderer Grüntee, enthält in ausreichender Konzentration die Aminosäure L-Theanin, durch die im Gehirn die Alphawellen-Aktivität erhöht wird. Schon nach einer Tasse Matcha spürt man eine wohlige Entspannung, als würde man sich auf einer Wolke ausruhen.
Den Tee trinkt man am besten am frühen Morgen nach vier bis sechs Stunden Schlaf. Nach dem Tee legt man sich wieder hin und genießt die Träume, die zum Ende der Nacht länger und intensiver werden und durch die Inhaltsstoffe im Tee nochmal intensiviert werden.
Mehr Matcha heißt nicht zwingend mehr Klarträume.
In irgendeinem Übereifer habe ich einmal fast eine halbe Dose Matcha zubereitet und die daraus resultierenden 1 1/2 Liter Tee am Abend getrunken.
Alles, was ich davon hatte war eine schlaflose Nacht in irgendeinem Dämmerzustand und die schlimmsten Verdauungsprobleme ever...
Deswegen sollte man darauf achten, normal zu dosieren. 

Ebenso eignen sich in der zweiten Nachthälfte eine oder zwei Tassen Salbeitee. Auf Grund des Thujongehaltes sollte der Tee nicht übermäßig getrunken werden.
Salbei enthält einen Stoff, der den Abbau des Neurotransmitters Acetylcholin hemmt, was zu mehr REM-Schlaf führt. Ebenso kann man auch Rosmarin verwenden.

3. Shock your Mom - Go to Bed early!
Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass Klarträume oder bedeutsame und intensive Träume in Phasen auftreten, in denen ich guten und ausreichend Schlaf bekomme. Das ist, wenn ich eine halbe Stunde eher ins Bett gehe als ich müde werde.  Einen Versuch ist es wert...

4. Schock your Mom - Study for School!
Das Lernen erhöht die Konzentration des Neurotransmitters Acetylcholin, Dopamin und Noradrenalin im Gehirn. (Vgl. Joseph Zehentbauer - Körpereigene Drogen) Und genau diese Transmitter spielen eine wichtige Rolle beim luziden Träumen. Im Wikipedia-Artikel über den Schlaf wird eine Studie zitiert, die besagt dass bei Ratten, die vor dem Schlaf gelernt haben, die REM-Phase um 25% verlängert waren. Das ist schon ordentlich...
So kann man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und entweder vor dem Schlafengehen oder in einer Unterbrechung des Nachtschlafes nach 4-6 Stunden (Wake (up, then go) back to bed = WBTB) Vokabeln oder sonstiges lernen.
Bei Vokabeln eignet sich besonders gut die Schlüsselwortmethode, da diese stark auf Visualisierung setzt, die die Ausschüttung der bereits erwähnten Neurotransmitter nochmal verstärkt. (vgl. Zehentbauer)

5. Shock your Mom - Reduce Smoking, Drinking and MJ!
Man soll ja nicht gleich zum fundamentalistischen Gesundheitsapostel werden, aber es gibt so ein paar Sachen, die sind beim Klarträumen oder beim Träumen insgesamt hinderlich.

Tabak: So sagt man den Zigaretten nach, sie würden verschiedene Rezeptoren im Gehirn (die nicotinischen) abstumpfen und somit Klarträume unwahrscheinlicher machen. Aber um ganz ehrlich zu sein: Als ich das Rauchen aufgehört habe (mit 'Endlich Nichtraucher' von Allen Carr), blieb die erhoffte Klartraumflut aus. Ich habe die Entscheidung trotzdem nicht bereut.

Alkohol: Zwar kann ein gelegentliches Glas Bier oder auch zwei durch den sogenannten REM-Rebound-Effekt zu intensiveren Träumen führen, aber regelmäßiger Alkoholgenuss (z.B. mehrmals wöchentlich) raubt dem Körper sowohl REM-Schlaf als auch den Tiefschlaf. So lange der Alkohol im Körper verbleibt, was je nach Dosis ziemlich lange sein kann, treten diese Schlafphasen weniger auf. Nach dem kompletten Abbau versucht der Körper, den verpassten Traumschlaf nachzuholen und es kommt zu einer intensiveren REM-Phase, die aber nur auftritt, wenn man auch lange genug schlafen kann.

Marijuana ist eigentlich als der Traumkiller schlechthin bekannt. Wahrscheinlich ist es nichts Neues, dass bei regelmäßigem Genuss von Cannabisprodukten die Träume ausbleiben bzw. schlechter erinnert werden und bei Abstinenz binnen kurzer Zeit die Träume zurückkehren.

Trotz alledem sind die Klarträumer keine fundamentalistische Straight-Edge-Sekte sondern ebenso lebensbejahende und ebenso Party machende Leute wie wohl die meisten anderen auch, wobei es 'den Klarträumer' gar nicht gibt. Die Community ist eine sehr heterogene Gruppe unterschiedlichster Leute.
So wird wohl jeder den Lebensstil finden, der am besten zu ihm passt.

Vielleicht konnte der Post ja die eine oder andere Anregung geben.
Quellen
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlaf
http://de.wikipedia.org/wiki/Schl%C3%BCsselwortmethode

Zehentbauer, Josef Dr. - Körpereigene Drogen

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