Dienstag, 16. August 2011

Schritt 2: DILD - Dream Initiated Lucid Dreams - Teil 1

Unter einem DILD versteht man einen Klartraum, der aus einem Traum heraus beginnt: Man träumt eine Zeit lang normal trüb, bis es zu einem klaren Moment kommt.
Das kann ein besonderes Ereignis sein, das einen verdutzt über die Realität der eben erlebten Situation nachdenken lässt oder eine beängstigende Situation, in der man alle Möglichkeiten untersucht, dieser zu entkommen und nur die Konsequenz üblich bleibt, dass man träumen muss.
Die meisten spontanen Klarträume beginnen so.

Geht man einen Schritt weiter, so gewöhnt man sich bewusst an, permanent die Umgebung nach traumtypischen Situationen abzusuchen, was auch kritisches Bewusstsein genannt wird.
So kann man Personen und deren Verhalten, Situationen und Gegenstände gewohnheitsmäßig hinterfragen. In Träumen passiert es häufig, dass man plötzlich wieder zur Schule geht oder sich an Orten befindet, an denen man schon lange nicht mehr gewesen ist oder die irgendwie nicht in den Zusammenhang passen.
Einmal traf ich einen früheren Schulkameraden und eine weitere Person, von der mir der Mitschüler vor längerer Zeit erzählte, dass sie gestorben sei. Ich herrschte ihn an: "Was erzählst du mir denn für einen Schwachsinn? Er sei tot, hier steht er doch!" Der Schulkamerad schaut mich irgendwie merkwürdig düster an und antwortet vielsagend: "Überprüfe doch mal, ob du träumst!"....

Geht man das Thema DILD ernst an, so dauert es durchschnittlich 21 Tage, bis sich eine Gewohnheit im kritischen Bewusstsein einstellt und man dieses mit in die Träume nimmt (eine gute Traumerinnerung vorausgesetzt...). Will man versuchen, über diesen Weg einen Klartraum zu bekommen, sollte man sich am besten 42 Tage Zeit geben und vorher sich keinesfalls unter Druck setzten, sondern kontinuierlich einfach weiterüben.

Noch ein Schritt weiter gehen die sogenannten Reality Checks oder kurz RCs:
Durch die Erfahrung vorheriger Klarträumer haben sich verschiedene Handlungen herauskristallisiert, die im Traum deutlich andere Ergebnisse liefern als im Wachleben. So kann man eine eigenartige Situation dezent überprüfen oder es sich zur Gewohnheit werden lassen, diese regelmäßig (z.B. stündlich) durchzuführen.

Der Nasen-RC
So kann man im Traum beispielsweise gut durch die Nase atmen, die man sich vorher zugehalten hat. Dieser RC gilt als der zuverlässigste und auch als einer der unauffälligsten.
Gelegentlich baut man die Fähigkeit zu atmen in den Traum mit ein und denkt, man hat die Nase einfach nicht richtig zugehalten. Hier gilt es aufzumerken: Sehr wahrscheinlich ist es ein Traum. Zur Sicherheit kann man einen anderen RC durchführen, um ganz sicher zu sein.

Der Finger-RC
Immer wieder lustig ist es, die Finger im Traum zu zählen. Bei mir ist es so, dass ich zähle und zähle und nie beim Daumen ankomme, bei anderen sehen die Hände aus wie Babyhände oder andere Details fehlen, vielleicht ein Ring oder der Nagellack. Hier gilt es auch wieder: sobald etwas merkwürdig erscheint sofort die Möglichkeit des Träumens ins Auge fassen.

Der Uhren-RC / Lese-RC
Geschriebenes wie Wörter, Sätze oder Zahlen verhalten sich ebenfalls sehr eigenwillg in Träumen.
Digitaluhren zeigen unmögliche Sonderzeichen oder gespiegelte Ziffern an. Oder man schaut auf die Uhr und entdeckt eine Uhrzeit wie 55 Uhr 92, wohingegen Analoguhren sich normal oder zumindest unauffälliger verhalten.

Schilder und kurze Sätze verändern sich meistens, wenn man kurz wegkuckt und nach einer Weile das wieder liest. Man muss nur kurz den Inhalt im Kopf behalten, nochmals lesen und die Informationen vergleichen.

Hin und wieder kommt es auch vor, dass man im Traum ein ganzes Buch oder einen Artikel anfängt zu lesen. Sätze, die offensichtlich keinen Sinn ergeben oder nach dem Lesen verschwinden sind eindeutige Traumsignale.

So gibt es noch weitere RCs, jedoch sind diese für den Anfänger vollkommen ausreichend. Manche Träumer entwickeln im Laufe ihres Lebens weitere Reality Checks basierend auf ihren eigenen Traumzeichen.

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