Dienstag, 16. August 2011

Schritt 2: DILD - Dream Initiated Lucid Dreams - Teil 2

Der Dream-Initiated-Lucid-Dream, Teil 2

Reality Checks, Fortsetzung
Bei den Reality Checks gibt es mehrere Ansätze und Herangehensweisen:
Am einfachsten ist es, die Überprüfung, in welcher Realität (Wachrealität oder Traumrealität) man sich gerade befindet, zur Gewohnheit werden zu lassen und zu automatisieren.
Beispielsweise kann man sich alle Stunde einmal fragen, in welcher Realität man sich befindet. Das läuft dann so ab:
Man erinnert sich daran, dass gerade wieder einmal Zeit für einen Reality Check ist. Die besten Ergebnisse habe ich, wenn ich den Nasen-RC (Atmen bei zugehaltener Nase) und den Finger-RC (Zählen der Finger) hintereinander anwende.
Durch diese Gewohnheit kommt man auf ca. 16 RCs täglich.
Für manche Träumer reicht es schon aus, diesen Automatismus mit in die Träume zu nehmen und sich an luziden Abenteuern zu erfreuen.
Ich kann mich an einige Fälle erinnern, in denen ich mir dachte: "Ach ja, mal wieder Zeit für einen RC..." und vollkommen überrascht war, dass ich doch träume.

Einen Schritt weiter geht man mit der Katalogisierung der Traumzeichen.
Da man als Klarträumer wahrscheinlich sowieso seine Träume auf irgendeine Weise festhält, sei es auf Tonband, handschriftlich oder am Computer, bieten sich verschiedene Methoden an, die Traumzeichen mit wenig Extraaufwand ebenso zu katalogisieren.
Die Traumzeichen sind wie im letzten Post geschrieben, die Situationen, Personen oder Gegenstände, an denen man bei wachem Bewusstsein den Traum als solches erkennen kann.

Am einfachsten geht das mit den kostenlosen Traumtagebuch-Programmen wie Darked Diary, Dream Diary, Dream Journal oder Alchera Suite. In diesen Programmen gibt es die Möglichkeit, Traumberichte ähnlich wie Blogpostings zu taggen und die Tags nach Häufigkeit anzuzeigen.
Verwendet man keine digitale Aufzeichnung, so kann man auch gut Karteikarten verwenden oder man katalogisiert nur die Traumzeichen in einem Tabellenkalulationsprogramm seiner Wahl.

Die am häufigsten auftretenden Traumzeichen prägt man sich ein und nimmt sich vor, von diesen an einen RC erinnert zu werden. Ein typisches Traumzeichen ist beispielsweise das Fliegen, andere träumen häufig von bestimmten Personen, die sie im Wachleben eigentlich nicht treffen können.

Lange bevor ich vom Klarträumen gehört habe und vor meinem ersten spontanen Klartraum hatte ich einen häufig wiederkehrenden Traum. Mir fiel mehrere Male ein Zahn aus (das schlechte Gewissen eines Kindes, das die Zähne zu wenig pflegt). Jedes mal erwachte ich schweißgebadet und freute mich: "Nur ein Traum... Alle Zähne noch drin"
Eines Tages saß ich im Bett und mir fiel ein Zahn aus, den ich mir in die Hand spuckte. "Oh nein!" dachte ich, "Jetzt habe ich schon so oft davon geträumt, dass mir ein Zahn ausfällt.... Jetzt ist es wirklich passiert... Ach wäre das doch nur ein Traum!"

Ein kleiner Schritt weiter und es hätte ein schöner Abend oder besser gesagt eine schöne Nacht werden können... 

Das kritische Bewusstsein oder: die Hääähh?-Erlebnisse
Man kann sich ebenso angewöhnen, bei jeder Situation, die einem irgendwie eigenartig erscheint, einen RC zu machen. Jedesmal, wenn irgendetwas irgendwie ungewöhnlich erscheint: RC!
Zusätzlich kann man sich noch angewöhnen, viel mehr Situationen merkwürdig zu finden und so auf mehr RCs täglich zu kommen.

Mit zunehmender Übung und Klartraumerfahrung, so berichtet Paul Tholey, automatisiert sich das kritische Bewusstsein soweit, dass man den Traum an sich einfach erkennt.
Die neuronale Autobahn, dass alles um einen herum geträumt ist, hat sich soweit etabliert, dass das Klarwerden kein Problem mehr darstellt. Zum Glück ist das Gehirn ja plastisch, so dass häufige Gedanken und Handlungen immer dickere neuronale Vernetzungen bekommen.


Ein Aspekt, der das Klarwerden verhindert ist die Angewohnheit, die RCs mit dem Gedanken 'Das wird doch eh nix' auszuführen. Deswegen sollte man jedesmal aufs neue eine zuversichtliche Haltung an den Tag legen.

Reize von außen

Ein Versuch, den ich immer mal machen wollte ist das Tragen einer Vibrationsuhr, die stündlich über ein Vibrationssignal an das Durchführen eines RCs erinnert wie zum Beispiel die Vibralite 8. Leider ist die dermaßen hässlich, dass man sie besser nicht am Handgelenk trägt.
Wer schlank ist kriegt sie ganz gut um den Knöchel, vielleicht ist durch die gesteigerte Nachfrage und dem technischen Fortschritt auch ein besseres und schöneres Modell auf dem Markt.

Nun ist der Trick, die Uhr nachts nicht abzumachen, sondern sie die Nacht über dran zu lassen und sobald irgend etwas Vibrierendes im Traum auftaucht einen RC durchzuführen.
Stephen LaBerge schreibt in 'Exploring the World of Lucid Dreaming', dass Vibrationsreize von den äußeren Reizen am besten in den Traum mit eingewebt werden. So kann die Vibration am Fuß sich im Traum zu einem Erdbeben verwandeln oder ähnliches.

Der Novadreamer und andere Geräte:
Stephen LaBerge selbst war an der Erfindung des Novadreamers beteiligt, einem elektrischen Gerät, dass über Sensoren die REM-Phasen erkennt. Die ganze Elektrik ist so klein, dass sie in einer Schlafbrille verbaut werden kann und über LEDs vor den Augen und einem kleinen Summer den Traum signalisiert.
Die externen Reize können dann in den Traum eingebaut werden und können sich dann im Traum in vorbeifahrende Autos mit Blaulicht oder auf- und abblendende Autos verwandeln.
Der Novadreamer wurde wohl vom preislich günstigeren Zeo Personal Sleep Coach eingeholt. Dieser arbeitet über ein Ein-Kanal-EEG und kann über eine offene Schnittstelle und kostenlosen Programmen wie 'ZeoLab' recht frei programmiert werden.
ZeoLab bietet beispielsweise eine Funktion namens 'REM-Trigger' an. Nach einer frei einstellbaren Zeit, die man im REM-Zustand verbringt, wird ein akustisches Signal ausgegeben.


Fosar und Bludorf schreiben in 'Spektrum der Nacht' von einer weiteren Methode, indem sie alle 90 Minuten (der Dauer der REM-Phase) ein Band abspielen ließen, dass die Nachricht 'asDas ist ein Traum - Du träumst gerade' enthielt.
Das lässt sich über Audacity und den Winamp ziemlich einfach realisieren. 

Leider habe ich mit beiden Varianten noch nicht gearbeitet und kann noch nichts über die Wirksamkeit aussagen.

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