Dienstag, 23. August 2011

Schritt 3: Der WILD - Teil 3

Im letzten Post ging es um die von Tholey beschriebenen Bildtechniken und Körpertechniken. Selbstverständlich kann man diese Techniken auch miteinander kombinieren und erhält so die

Bild-Körper-Technik.
Je nach Veranlagung liegt dem einen oder anderen Träumer vielleicht eher die Körper- oder die Bildtechnik. Die Kombination beider Techniken kann ebenfalls hilfreich sein, schneller in den Traumzustand zu gelangen.
Die Körperempfindungen können dafür genutzt werden, um ein Gefühl des Gleitens oder Schwebens in die Traumszenerie zu erzeugen. 

Bei manchen Leuten treten in der hypnagogen Phase vor allem Geräusche auf, die analog zu den hypnagogen Bildern erst ziemlich chaotisch beginnen und sich dann im Laufe der Zeit zu ganzen Liedern oder zu Stimmengewirr oder ähnlichem ausbilden. Natürlich kann auch dieser Sinn mit den vorherigen Techniken kombiniert werden.

Ich habe sogar von jemandem gehört, der in der hypnagogen Phase auch Geruchsempfindungen wahrnahm. So schreckte er immer wieder hoch, weil er meinte, Feuer und Rauch gerochen zu haben.
Kombiniert man alle Sinne zu einer Supertechnik, so erhält man die Bild-Körper-Geräusch-Geruchs-Technik.

Die Ichpunkt-Technik
 Die Ichpunkt-Technik geht ebenfalls über den Körper, ist aber quasi das Gegenteil der vorherigen Körpertechniken. In der hypnagogen Phase kann, anders als beim bewussten Erleben der Schlafparalyse in der Zwei-Körper-Technik, jedes Körpergefühl verschwinden und man existiert sozusagen nur noch als Punkt oder als punktförmiges Bewusstsein. 
Je mehr man bewusst wahrnimmt, wie das Körpergefühl im Zuge des Einschlafens schwindet und man sich darauf konzentriert, bald nur noch als Ich-Punkt zu existieren, um so leichter lässt sich dieses Gefühl verwirklichen.
Mit diesem Ichpunkt kann man ebenfalls durch den Raum schweben oder in die Traumwelt einsteigen, wo man sich entweder einen Körper zurückbesorgen kann oder den Traum ohne Körper weiterführen.
Diese Technik kann man wiederum mit den hypnagogen Bildern kombinieren und beispielsweise als Ichpunkt in die Traumszenerie einsteigen.

Der Herr der Träume
Diese Technik stammt aus dem Vigyan Bhairav Tantra und wurde mitte der 1970er Jahre von Osho Baghvan Shri Rajneesh bekannt gemacht und wurde u.A. im Buch 'Meditation - die erste und letzte Freiheit' beschrieben.
Es geht hier darum, sich beim Einschlafen zu entspannen und die Aufmerksamkeit auf einen Punkt zwischen den Augenbrauen zu richten. Auch hier gilt wieder, die Aufmerksamkeit entspannt ruhen zu lassen.
Jetzt soll man sich vorstellen, wie das Gefühl des ein- und ausströmenden Atems nicht nur an den Nasenflügeln oder der Oberlippe, sondern auch an diesem Punkt an der Stirn, zu spüren ist.
Mit einiger Übung, so sagt man, sei der Träumer in der Lage, bewusst in den Traum einzutreten.



Und sonst so?



Viele WILDerer machen meiner Meinung nach wohl zwei Fehler:
1.: man sollte den WILD als Anfänger in Kombination mit dem WBTB versuchen. Mit zunehmender Erfahrung kann man sich auch an den WILD am Abend machen, jedoch weiß ich nicht, ob man die erste Nachthälfte generell für den Tiefschlaf reservieren sollte, um dem Körper Gelegenheit zur Regeneration zu geben.

2.: mir scheint, dass einige Leute zu früh aufgeben und die Technik mit den Worten 'Klappt bei mir nicht' an den Nagel hängen. Ich persönlich finde die von Vera Birkenbihl erfundene Picasso-Methode für solche Zwecke am besten. "Üben sie etwas 30 Mal und dokumentieren sie den Erfolg. Dann schauen sie sich die Ergebnisse am Ende der 30 Tage an, erst dann dürfen sie sagen, dass sie für etwas kein Talent hätten."


Interessanterweise erhöht der WILD auch wenn man den bewussten Übergang verpassen sollte, die Chance auf Klarheit im folgenden Traum. So hat man zwar keinen WILD, aber immerhin einen DILD

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