Mittwoch, 7. September 2011

Exkurs: Autosuggestionen

Steigerung der Traumerinnerung und der Klarheit durch Autosuggestionen:

Einen zusätzlichen Push hinsichtlich Traumerinnerung und Klarheit können Autosuggestionen bringen. Diese trainieren das Unbewusste, an etwas zu glauben und können alleine dadurch gewisse Effekte hervorrufen.
Bekannte Suggestionen stammen z.B. aus dem Autogenen Training. Wiederholt man lange genug die Affirmation / Suggestion "Meine rechte Hand ist schwer, warm und entspannt", wird sich nach einiger Zeit tatsächlich ein Gefühl der Schwere und der Entspannung einstellen, die auch an Hand der Hauttemperatur gemessen werden kann.
Suggestionen können sowohl verbal als auch bildlich oder kinästhetisch formuliert werden. Auf den einen wirkt die oben genannte Formel besser, wenn er sie im Geiste immer wiederholt, ein anderer kann sich ein heißes Feuer oder eine glühende Sonne in der Hand vorstellen, um das gewünschte Ziel am besten zu erreichen. Wieder andere 'wissen' einfach, dass die Hand warm werden soll und schon wird sie warm.

Es gibt noch weitere Effekte, die die Effektivität der Suggestionen steigern können, beispielsweise Trance oder Entspannung, wie sie im autogenen Training oder der Hypnose angewandt werden. Oder aber die Nähe zum Schlaf, die in der hypnagogen Phase auftritt. Diese Zeit ist ja schon fast prädestiniert dafür, sich positive Affirmationen hinsichtlich des Traums zu geben.

Allan Hobson von der Harward University schreibt:
 [Lucid dreaming] is notably susceptible to pre-sleep autosuggestion.
Das Finden der passenden Suggestion:

Aus dem Finden passender Suggestionen wird in manchen Kreisen eine Wissenschaft für sich gemacht. Einige betonen, dass sie immer in der Gegenwart und positiv formuliert werden sollen, wohingegen Stephen LaBerge einfach die Formel "Wenn ich das nächste Mal träume, werde ich merken, dass ich träume" verwendet.
Andere verwenden die Suggestion: "Ich erkenne den Traum" oder ähnliches.

Wichtig ist, dass man sich mit dem Satz wohl fühlt und ihn auch annehmen kann. Man kann die Suggestion ein oder zweimal im Geiste wiederholen und dann seine Aufmerksamkeit nach innen richten. Fühlt oder bemerkt man einen Widerstand oder Widerwillen? Falls ja, kann etwas Anpassungsarbeit nötig sein.
Die Widerstände kann man wohlwollend zur Kenntnis nehmen und ihnen etwas nachfühlen.
Manchmal zeigen hierbei wichtige Einwände oder unbewusste Ängste, die es zu berücksichtigen gilt und auf die man sich in der geänderten Suggestion beziehen kann.
So kann dann aus "Ich habe Klarträume so oft ich will" nach einiger Anpassungsarbeit "Ich gehe verantwortungsvoll mit den vielen Klarträumen um. Ich habe die Fähigkeit, viele Klarträume zu haben" oder "Die klaren Träume bereichern mein Leben in jeder Hinsicht" werden. 

Mit einzelnen Suggestionen kann man mindestens zwei Wochen experimentieren.

Links


Lucid dreaming as a learnable skill: A case study. la Berge, Stephen P. Perceptual and Motor Skills, Vol 51(3, Pt 2), Dec 1980, 1039-1042.

The effects of a two-week reflection-intention training program on lucid dream recall. Paulsson, Timo; Parker, Adrian Dreaming, Vol 16(1), Mar 2006, 22-35

The Neurobiology of Consciousness: Lucid Dreaming Wakes Up Allan Hobson

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