Donnerstag, 1. September 2011

Schritt 3: Der WILD - Teil 6

Visualisierungstechniken

Beim Einschlafen können Visualisierungen helfen, bewusst in den Traumzustand hinüberzugleiten.
Allein vom Gehirnstoffwechsel passiert bei den inneren Bildern einiges: So schreibt Josef Zehentbauer in seinem Buch 'Körpereigene Drogen' von den Botenstoffen Noradrenalin, Dopamin und Acetylcholin, die hierbei vermehrt ausgeschüttet werden.
Das ist mir unbewusst ein paar mal passiert. In dieser Zeit wusste ich aber leider noch nichts vom Klarträumen. Ich litt unter chronischem Schlafmangel, der ja das spontane auftreten von REM-Schlaf ohne vorhergehenden Tiefschlaf ermöglicht, und beschäftigte mich mit der Mnemotechnik nach Tony Buzan, in der es auch viel um Visualisierung ging. Als ich nachmittags versuchte, mir spanische Vokabeln anzueignen und ich dem Schlaf immer näher kam, begannen auf einmal die Bilder sich zu verselbstständigen. Vorgestellte Personen begannen mit mir zu sprechen und stellten sich mit ihrem Namen vor. In ernsthafter Sorge um meinen Verstand brach ich das Lerntraining ab.

Jetzt, mit mehr Erfahrung kann man unverkrampfter an die Sache rangehen.


Stephen LaBerge beschreibt in Exploring the World of Lucid Dreaming drei Techniken, die auf der Visualisierung beruhen und sehr große Ähnlichkeiten mit denen aus dem Tibetischen Traumyoga haben. Hierbei geht es darum, gewisse Bilder, etwa farbige Lichtpunkte, beim Einschlafen oder im WBTB innerhalb des Körpers zu erzeugen.
Man kann gut mit verschiedenen Bildern und Punkten experimentieren. Einen tieferen Einblick in das tibetische Traumyoga bietet Übung der Nacht von Tenzin Wangyal Rinpoche. Aus Respekt vor der Kultur der Tibeter möchte ich hier nicht weiter auf die Techniken eingehen, da diese auch im größeren Zusammenhang zu sehen sind.

Taktile Bilder erzeugen:
Bei manchen Menschen ist der dominante Sinn nicht der visuelle, sondern der Taktile oder Kinästhetische Sinn. Ihnen fällt es leichter, sich Berührungen oder Körperempfindungen vorzustellen. Robert Bruce hat einige wirklich gute Anleitungen verfasst, die auf dieser Art der inneren Bilder basieren. Zwar hat er diese in das Konzept der transphänomenalen Lebensenergie (vgl. Chi, Prana, Mana) eingebettet, aber die Techniken funktionieren auch gut, wenn man die Philosophie dahinter einfach weglässt und die Ergebnisse als Produkte des Gehirns betrachtet.

Der Visual Induced Lucid Dream
Bei dieser Technik konstruiert man sich im Geiste vor dem Einschlafen eine Traumszenerie, in der man klar werden möchte. Vor dem Einschlafen oder im WBTB visualisiert man diese Situation immer wieder und wieder. Die Situation sollte möglichst identisch sein und einen Moment des Klarwerdens, bzw. einen erfolgreichen Reality Check beinhalten.
Ist man in der Vorstellung soweit, beginnt man wieder von vorne.
Wichtig ist, sich nicht unter Druck zu setzen, einfach entspannt die inneren Bilder fließen lassen. Diese intensivieren sich schon ganz von alleine, je nach Veranlagung kann es auch sein, dass man gar nichts 'sieht', sondern einfach 'weiß, dass es da ist' oder 'so ein Gefühl hat'. Das ist auch gut.
Auch um die Frage, ob man sich selbst von außen sehen soll oder die Situation aus der Ego-Perspektive sehen soll, ist schon viel gestritten worden. Ich würde sagen: wichtiger als ein exaktes Einhalten der Schritte ist es, entspannt zu bleiben. Erfolgsdruck ist vollkommen kontraproduktiv, auch eine auf den ersten Blick schlechte Übung kann sich in einen Erfolg verwandeln und jedes Mal Üben ebnet den Weg für zukünftige Klarträume.
Hier gilt wieder: Beständig aber nicht verbissen üben!

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