Samstag, 8. Oktober 2011

Binaural Beats III - Tonträger selbst erstellen

Mit ein bisschen Übung kann man sich mit dem kostenlosen Programm Audacity selbst eine Brainwave-Entrainment-Mp3 erstellen.
Hierfür kann man die Effekte der monauralen, binauralen und isochronischen Beats verwenden.

Isochronische Beats:
Der Ansatz, mit monotonen Stimulationen den geistigen Zustand zu verändern ist schon sehr alt. Viele Schamanen verwenden den Klang einer Trommel oder einer Rassel, die sie mit ca. 210 Schlägen pro Minute spielen. 210 Schläge pro Minute entspricht genau 3,5 Hz und somit einer Frequenz im tiefen Theta-Bereich.

Monaurale und binaurale Beats
Durch die Überlagerung zweier ähnlicher Töne ergibt sich eine Schwebungsfrequenz, die entweder physikalisch auftritt oder durch Verwendung von Stereokopfhörern bei den binauralen Beats erst im Gehirn entsteht.

Vorgehensweise
Ich möchte einen Tonträger erstellen, der die Frequenzen von 3,8 Hz, 9Hz und 16Hz im Gehirn verstärkt.
Warum ausgerechnet diese Frequenzen?
Sehr tiefe Theta-Frequenzen werden mit Reisen in innere Welten in Verbindung gebracht.
Die 3,8 Hz ergaben sich aus meinem persönlichen ästhetischen Empfinden, 3,5 Hz, wie sie häufig bei schamanischen Tracks verwendet werden, fand ich zu langsam, 4 Hz zu schnell.
9 Hz wird von Thomas Yuschak mit der Klarheit im Traum in Verbindung gebracht, wie er bei einigen Versuchen herausfand. Die aktuelle Forschung scheint ihm rechtzugeben
Und 16 Hz war eine erste Annahme für ein paar Experimente. Im EEG finden sich bei klaren Träumen manchmal die Beta- und Gamma-Frequenzen erhöht. Im Forum des Mind-Shops hat ein User die Erfahrung gemacht, dass er recht zuverlässig einen Klartraum bekommt, wenn er während des WBTB eine 15-Hz-Session macht.

Isochronischer Anteil:
Dieser Anteil soll die Frequenz von 9 Hz haben. Dafür wähle ich die Option 'Erzeugen' - 'Click-Track' mit den Parametern 'individual click duration' = 80 ms, 'click sound': 'noise' und 'Midi Pitch strong/weak pitch' von 100 bzw. 99. Als Frequenz gebe ich 270 bpm ein und verdoppele danach die Geschwindigkeit.
Leider hat diese Funktion ein Limit von 300 bpm, so dass ich, um die gewünschte Frequenz von 540 bpm = 9 Hz zu erzeugen, diesen Umweg gehen muss. 
An diesen Parametern kann man nach persönlichem Geschmack beliebig herumspielen und auch zum Schluss über den Equalizer Variationen einbauen, um den Effekt frischer zu halten.


Binauraler Anteil:
Hierfür erzeuge ich zwei neue Tonspuren. Auf Tonspur 1 erzeuge ich einen reinen Sinuston. Die meisten Leute finden Töne zwischen 100 und 400 Hz am angenehmsten. Auf Tonspur 2 erzeuge ich einen Ton, der um die gewünschte Frequenz höher oder tiefer liegt. 
Wichtig ist, bei den Binaurals darauf zu achten, dass tatsächlich ein Kanal komplett auf links und ein anderer komplett auf rechts gedreht ist.

Das aktuelle Audacity unter Ubuntu hat sogar die Möglichkeit über den Tongenerator 2 dynamische Töne einzugeben. D.h. ich kann einen binauralen Klang starten und nach und nach auf einen anderen wechseln.

So kann ich mein Gehirn in einer hohen Frequenz abholen und nach und nach in tiefere Bereiche führen. In dieser Mp3 werde ich jedoch diesen Effekt nicht anwenden. Aber gut zu wissen, dass ich es könnte.


Monauraler Anteil:
Der monaurale Anteil ist eine Mischung aus dem isochronischen und dem binauralen: durch die Überlagerung zweier Wellen entsteht eine Schwebung. Der Effekt ist geringer als bei den binauralen Beats, da die Schwebung nicht im Kopf entsteht und auch geringer als bei den Isochronics.
Wenn man aber über die binauralen Klänge noch einen Phaser oder ein Tremolo legt, kann man diesen Effekt noch zusätzlich verwenden.
Ich lege über die Sinusklänge jeweils das selbe Tremolo von 3,8 Hz.

Backround noises:
Jetzt kann man den Track mit verschiedenen Hintergrundgeräuschen versehen. Die Seite Soundjay.com bietet eine Vielzahl freier Sounds zum Download und sogar zur freien kommerziellen Verwendung an.
Unklar für den kommerziellen Gebrauch aber für die private Anwendung gibt es noch die Seite Mynoise.net. Dort können im Stream sehr chillige und trancige Hintergrundgeräusche erzeugt werden.
Sehr cool finde ich zum Beispiel die Tibetische Meditation und die indische Tambura.


Diesen Track kann man jetzt noch nach Belieben abmischen und danach exportieren.

Exportiert man das Ganze als Mp3, so sollte man auf eine Konvertierungsrate von mindestens 196 kbs achten. Gelegentlich wird behauptet, dass Binaural Beats als MP3 nicht wirken würden. Diese Behauptung kann ich nicht nachvollziehen, weil der Effekt der Binaural Beats ja über die niederfrequente Schwebung der beiden Trägerfrequenzen entsteht. Diese werden aber durch die Komprimierung praktisch nicht beeinträchtigt.

Diese Hinweise dienen selbstverständlich rein informativen Zwecken. Jeder experimentiert auf eigene Verantwortung. Der Autor haftet nicht für Schäden.

Siehe auch:
Binaural Beats I: Allgemeines
Binaural Beats II: Kostenlose Downloads
Binaural Beats IV: Erfahrungsbericht Mega Brain Zones von Michael Hutchison
Binaural Beats V: Kostenlose Downloads
Binaural Beats VI: Audiovisuelle Videos bei Youtube
Binaural Beats VII: Neurosoups Tipps für Binaural Beats


Binaural Beats mit Audacity und Gnaural erstellen
Sehr guter Artikel über die Studienlage zu Binaural Beats und Isochronic Beats

1 Kommentar:

  1. Awesome post!I love the idea of Binaural Beats.Thank you for the valuable information on this tips.

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