Freitag, 14. Oktober 2011

Schritt 4: Der MILD - Teil 1

In seinem Buch 'Exploring the World of Lucid Dreaming' beschreibt Stephen LaBerge die MILD-Technik, die er als sehr wirkungsvoll bezeichnet. Es gelang ihm, seine Klartraumfrequenz von ein bis zwei auf bis zu 24 Klarträume pro Monat zu steigern.
In Versuchen am Lucidity-Institut konnten die Probanden ihre Klartraumhäufigkeit durch das Erlernen der MILD-Technik um 76% steigern. [Quelle]

MILD steht für 'Mnemonic Induced Lucid Dream', also 'Über das Gedächtnis erzeugter Klartraum' und diese Technik gehört zur Familie der Klarheit gewinnenden Techniken.
Im Rahmen seiner Doktorarbeit zum Thema Klarträumen suchte LaBerge nach einer Technik, die es ermöglichte, klare Träume für die Untersuchung im Schlaflabor gewollt herbeizuführen.

Dafür experimentierte er mit Affirmationen, also bekräftigenden Sätzen wie 'Heute Nacht werde ich einen Klartraum haben'. Diese Methode hatte schon einen deutlichen Einfluss auf seine Klartraumfrequenz: Sie stieg von einem auf fünf Klarträume pro Monat.
Eine Art von Affirmation machte einen deutlichen Unterschied: Wenn man seine Absicht, sich daran zu erinnern, den Traum als solches zu erkennen, miteinbezog, hatte das nochmal einen deutlichen Einfluss auf die Erfolgsquote.
Konkret würde dann ein solcher Satz lauten:
"Das nächste mal, wenn ich träume, werde ich daran denken, zu erkennen, dass ich träume"

Prospective Memory:

Prospective Memory bezeichnet die Erinnerung an in der Zukunft liegende Ereignisse. Bitten wie: "Wenn du in der Innenstadt bist, bringe doch bitte noch Sojamilch mit!" sind so die typischen Fälle, in denen man sich an Zukünftiges erinnern muss. Es gibt Menschen, denen gelingt das gut und es gibt Menschen, denen gelingt es weniger. Diese bezeichnet man gemeinhin als verpeilt.
Aber wie gelingt es, sich besser zu erinnern?
Hierbei spielen zwei Faktoren eine Rolle:
1.: Motivation. Je wichtiger mir etwas ist, um so unwahrscheinlicher wird es vergessen.
2.: Assoziation. Geistige Verbindungen zwischen den Sachen, an die wir uns erinnern wollen und den zukünftigen Ereignissen und Umständen, in denen wir uns erinnern wollen. Hierbei hilft es, sich bildlich vorzustellen, wie man die Handlung, an die man sich erinnern will, durchführt.

Die Durchführung der Technik

Voraussetzungen:

LaBerge empfiehlt, erst einmal im Wachleben zu überprüfen, wie gut man darin ist, Zukünftiges zu erinnern. Dafür hat er das Prospective Memory Training zusammengestellt. Jeden Tag in der Woche hat man die Aufgabe, zu überprüfen, ob man träumt. Und zwar bei unterschiedlichen Gelegenheiten, beispielsweise jedes Mal, wenn man eine Blume sieht.
Hat man diesen Trainingszyklus einmal mit Erfolg durchlaufen, so kann man zum nächsten Schritt übergehen. LaBerge empfiehlt, jeden Tag am Abend darüber Buch zu führen, wie oft man am Tag die Aufgabe durchgeführt hat. So kann man Erfolge gut visualisieren.

Die eigentliche Technik:

1. Man beschließt, nach jeder Traumphase oder wann immer man es in der Nacht angenehm findet, aufzuwachen und sich an den Traum zu erinnern.

2. Nach dem Aufwachen soll man sich an den Traum erinnern und möglichst viele Details in Erinnerung rufen. Wenn man zu schnell wieder einschläft, sollte man etwas Aktivierendes machen, bis man den Traum gut rekapituliert hat.

3. Die Affirmation: Beim Wiedereinschlafen wiederholt man mantraartig den Satz "Das nächste mal wenn ich träume werde ich mich daran erinnern, zu erkennen, dass ich träume". Jedoch sollte das nicht nur eine mechanische Wiederholung bleiben, sondern wirklich mit innerer Beteiligung durchgeführt werden.
Sollte man abdriften, kann man einfach wieder von Neuem beginnen.

4. Visualisierung: Man kann sich den gerade erinnerten Traum nochmal vorstellen, jedoch mit dem Unterschied, dass man bereits klar ist oder man visualisiert den Moment des Klarwerdens und spinnt den Traum in der Vorstellung weiter.

5. Wiederholung: Man geht die Schritte 3 und 4 so oft durch bis man der Meinung ist, dass die Absicht, den Traum zu erkennen, sitzt. Mit der Intention im Geiste schläft man ein.

LaBerge empfiehlt, mehrere Tage bei dieser Technik zu bleiben. Manche Oneironauten, so schreibt er, hatten mit dieser Technik schon nach zwei Tagen einen Klartraum, andere brauchen länger.

Siehe auch:

Beschreibung der Technik im Klartraum-Wiki

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