Sonntag, 28. April 2013

Was ist ein präluzider Traum?

Klar: ein Klartraum oder luzider Traum ist ein Traum, in dem man sich während des Träumens bewusst ist, dass man gerade träumt. Ein Trübtraum ist ein Traum, den man während des Träumens für Wirklichkeit hält.
Was aber ist ein präluzider Traum?

Ein präluzider Traum ist also irgendwas dazwischen.
Brigitte Holzinger definiert den präluziden Traum als Traum, in dem man sich zwar über gewisse Seltsamkeiten wundert und auch in Betracht zieht, dass man gerade träumen könnte, diese Möglichkeit dann aber doch wieder verwirft.


Paul Tholey beschreibt in 'Schöpferisch Träumen' einige schöne Beispiele von präluziden Träumen:
Mir fiel auf, dass ein umittelbar vor mir stehendes Haus verkeht herum zu stehen schien, worauf ich zur Überzeugung gelangte, dass ich wohl träumen müsse. Dann bemerkte ich aber, dass ich ein Brille aufhatte, und mir kam sofort der Gedanke, dass es eine Umkehrbrille sein könnte. Um dies zu prüfen nahm ich die Brille ab, woraufhin das Haus jetzt in aufrechter Stellung vor mir stand. Dies führte mich dann zu der fälschlichen Annahme, dass ich mich doch im Wachzustand befände. (Schöpferisch Träumen, S.89)
 oder auch:
Im Traum sah ich in meinem Laboratorium ein mit Wasser gefülltes Becherglas, in dem ruhig ein Kerzenlicht brannte. 'Woher bezieht das den Sauerstoff?' dachte ich. 'Der ist im Wasser absorbiert. Wo kommen die Verbrennungsgase hin?' - nun stiegen Blasen von der Flamme auf und ich war beruhigt. 
Die präluziden Träume sind, wenn man das Klarträumen lernt, ein guter Anfang und ein Zeichen, dass man Fortschritte macht.
Jetzt heißt es, einfach fleißig dranbleiben...

Kommentare:

  1. Vielleicht noch eine kleine Anmerkung dazu aus meinen persönlichen Erfahrungen:
    Ich stufe normalerweise auch alle Träume als präluzid ein, in denen ich zwar weiß, dass ich träume, mich aber gar nicht an die Wachrealität erinnere oder über sie nachdenke (also nicht daran denke, wo/wie ich gerade schlafe) und keine Konsequenzen aus meiner Entdeckung ziehe.
    Es ist nicht so einfach zu beschreiben, aber es gibt bei mir doch deutliche Abstufungen der Klarheit, sodass ich oft trotz der Tatsache, dass ich den Traum als solchen erkannt habe, immer noch kein vollständiges Klarheitsgefühl habe, so wie ich es im Wachleben hervorrufen kann, wann immer ich mir meiner Situation bewusst werde. Bei "richtigen" Klarträumen ähnelt meine Wahrnehmung und vor allem meine Art zu reflektieren viel mehr der im Wachleben.

    Laut Tholey ist ein präluzider Traum auch ein Traum, in dem man sich über die Situation des Träumens bewusst ist, aber keine Handlungsfreiheit besitzt, die Erkenntnis des Traumzustands also "nicht nutzt".

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  2. Hey Jackie,

    Interessante Anmerkung. Diese Unterschiede in der Klarheit kenne ich auch. So eindeutig klar und trüb kann man wohl nie unterscheiden, aber ich finde es trotzdem praktisch, ein gemeinsames Vokabular zu haben, dass man sich gut austauschen kann. Vielleicht wird es in Zukunft, wenn das Klarträumen weiter verbreitet ist, noch weitere Begriffe geben?

    Ich habe auch gerade nochmal in Schöpferisch Träumen nachgesehen: Ja, Tholey unterscheidet nochmal zwischen Luzidtraum und Klartraum, was ich auch sinnig finde:

    Ein Luzidtraum ist ein Traum, in dem man weiß, dass man träumt und ein Klartraum in dem noch weitere Kriterien zutreffen wie das Wissen um die Handlungsfreiheit und die Erinnerung an das Wachleben.

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