Freitag, 11. Juli 2014

Ganzfeld Report

Kombiniert man das Ganzfeld-Experiment mit der Technik des Hypnagogic Reports, so bekommt man den Ganzfeld-Report. Diese Technik kombiniert die Vorteile der beiden anderen Methoden: Sie kann auch vollkommen wach durchgeführt werden und bringt sofort innere Bilder hervor (Ganzfeld-Experiment) und stabilisiert diese durch die verbale Beschreibung (Hypnagogic Report).

Der Ablauf:


Benötigt werden:
  • Zwei in Form geschnittene Tischtennisballhälften
  • Eine rote Glühlampe oder das passende Video (Auf keinen Fall eine Rotlichtlampe gegen Erkältungen)
  • 30 Minuten weißes oder graues Rauschen (entweder als Soundfile bei iso-tones.com oder von Audacity) und Kopfhörer
  • Ein Diktiergerät (bzw. passende App) oder einen Partner, dem die Erlebnisse berichtet werden
Mensch in Ganzfeld-VersuchsanordnungNun geht es los. Man bereitet das Aufnahmemedium vor. Dieser Schritt entfällt natürlich, wenn man das Experiment mit einem Freund als Zuhörer macht. Diese Variante hat noch den Vorteil, dass der Zuhörer durch Rückfragen oder Tipps das Erlebnis ein wenig steuern kann und dem Reisenden bei eventuellen Zielen behilflich sein kann. Verwendet man ein Diktiergerät, dann kann man es eventuell so einstellen, dass es nur aufnimmt, wenn tatsächlich etwas gesprochen wird. Das erleichtert dann das Übertragen in ein Tagebuch. Manche Diktiergeräte haben noch einen Microphoneingang, so dass man für eine bessere Qualität der Aufnahme auch ein Headset verwenden kann.
Dann setzt man sich die Kopfhörer mit dem Rauschen auf. Die Lautstärke sollte angenehm sein. Einerseits sollen alle Umgebungsgeräusche übertönt werden, andererseits soll der Sound nicht vom Erlebnis ablenken. Manche Kopfhörer dämpfen allein durch ihre Form schon die Umgebungslautstärke, das kann hier ein ziemlicher Vorteil sein.
Mit dem Licht muss man ein wenig herumprobieren. Ich habe mir für diese Anwendung eine 25-W-Glühbirne gekauft, der Computerbildschirm sollte es auch tun (Energiesparmodus deaktivieren). Nun muss man nur noch die Tischtennisbälle an den Augen befestigen und schon geht es los. Ich habe eine rahmenlose Brille, unter die ich die Tischtennisballhälften einfach festklemmen kann. Andere Quellen empfehlen Tesafilm. Wichtig ist nur, dass das komplette Sichtfeld abgedeckt ist (auch an den Seiten) und auch keine Streifen oder Lichtreflexe im Ganzfeld entstehen. Gegebenenfalls kann man die Form noch ein wenig mit einer Nagelschere bearbeiten.
Und schon kann es losgehen auf eine Reise in die Innenwelt. Mit dem Headset sieht man tatsächlich wie ein Pilot aus.
Wenn man nicht alleine wohnt, sollte man vor der Reise noch die Tür abschließen und eventuell Handy und Telefon auf lautlos stellen. Plötzlich ins Zimmer kommende Mitbewohner oder Familienmitglieder könnten sich beim Anblick durchaus erschrecken. Das ist mir tatsächlich passiert und ehrlich gesagt sieht man mit den Tischtennisbällen und dem roten Licht auch etwas gruselig aus.
Allen Ganzfeld-o-nauten jedenfalls eine gute Reise.
Siehe auch:


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen