Mittwoch, 29. Juli 2015

[Review] Oneironaut von Simon Rausch

Ich hatte vor kurzem die Gelegenheit das Buch Oneironaut - Das Klartraum-Praxisbuch von Simon Rausch probezulesen. Endlich habe ich es geschafft, auch mal die Rezension zu veröffentlichen. Sorry an dieser Stelle.
Bevor ich mit der eigentlichen Rezension beginne noch kurz ein Zitat aus "Midnight in Paris":

 Gil: Hören Sie. Dürfte ich Sie um den größten Gefallen auf der Welt bitten? [...] Würden Sie ihn lesen? - Hemingway: Den Roman? - Gil: Ja, er ist knapp 400 Seiten lang und und ich suche einfach nur nach nach einer Meinung. - Hemingway: Meine Meinung ist: Ich hasse ihn. - Gil: Sie haben ihn noch gar nicht gelesen. - Hemingway: Wenn er mies ist, hasse ich ihn, weil ich einen miesen Stil hasse. Ist er gut, bin ich neidisch und hasse ihn noch mehr. Du willst nicht die Meinung eines Autoren hören.
:)

Für wen ist das Buch geeignet?
Das Buch eignet sich gut für Anfänger, die das Klarträumen lernen möchten und sich schon etwas über die Klarträumerei informiert haben und jetzt gerne ein Buch in den Händen halten möchten. Auch absolute Anfänger können das das Klarträumen mit diesem Buch lernen.

Inhalt
Das Buch beginnt mit einer naturwissenschaftlichen Einführung in das Thema Schlaf. Im nächsten Kapitel werden unterschiedliche Aspekte über die Träume beleuchtet: Was sind Träume, Warum Träumen wir, Wie träumen wir. Im vierten Kaptiel werden die Klarträume erklärt: Wodurch zeichent sich Klarheit im Traum aus?
Kapitel 5 und 6 finde ich teilweise redundant: Kapitel 5 nennt sich "Anleitung zum ersten Klartraum", in Kapitel 6 werden unterschiedliche Klartraumtechniken vorgestellt und erläutert, wobei sich der Autor auf die bekanntesten Techniken und Hilfstechniken beschränkt. Kaptitel 7 gefällt mir besonders gut. Die Praxistipps für unterschiedliche Vorhaben im Klartraum machen sofort Lust, sich in den nächsten Klartraum zu stürzen. Kapitel 8 widmet sich der Traumarbeit, also wie man kreativ mit seinen Träumen umgeht und beispielsweise persönliche Erkenntnisse aus seinen Träume zu generieren.
Kapitel 9 widmet sich der Geschichte des Klarträumens. Es wirkt allerdings ein wenig wie ein Seitenfüller.

Mein Eindruck
Das Buch liest sich flüssig und hat sehr schöne Illustrationen. Man kann mit den gegebenen Informationen das Klarträumen lernen, es erfüllt seinen Zweck. Wie der Name schon sagt, eignet es sich meiner Meinung nach als Praxisbuch für jemanden, der schon ein wenig Hintergrundwissen über Klarträume hat.

Der Autor hat einen sympathischen Sprachstil.

Teilweise sind mir die Techniken jedoch zu knapp beschrieben. Die MILD-Technik wird beispielsweise in 1 1/2 Seiten und die Technik der Trauminkubation in weniger als einer Seite abgehandelt. Hier fehlt es mir teilweise an wichtigen Hintergrundinformationen. Ich weiß nicht, ob wirkliche Anfänger mit den Anleitungen viel anfangen können. Für fortgeschrittene Klarträumer ist vollkommen logisch, worum es geht.

Manchmal finde ich Sachen, mit denen ich so nicht einverstanden bin. Auf S. 31 steht etwa, dass es nur visuelle und akustische Hypnagogien gäbe. Das kann ich nicht bestätigen, jeder Sinn kann hypnagoge Phänomene auslösen. Besonders häufig sind taktile und kinästhetische Hypnagogien wie ein Kribbeln in Armen und Beinen oder ein Schaukeln des Bettes. Auch Geruchs- und Geschmackhalluzinationen kommen beim Einschlafen vor.
Diese Kleinigkeiten bilden aber die Ausnahme.

Manchmal stolpert man beim Lesen auf suggestive und begrenzende Formulierungen. In der Beschreibung, wie man meditiert, liest man beispielsweise:
Ihnen werden mit Sicherheit ungewollte Bilder und Gedanken erscheinen, sie werden abschweifen und ihr Mantra vergessen.
oder im Kapitel zur Traumerinnerung: [sie sollten] sich nach einem Traum [nicht] nocheinmal umdrehen und ihn später aufschreiben - der Traum ist dann mit Sicherheit weg.
Mir ist schon klar, dass diese Formulierungen dazu gedacht sind, den Leser zu motivieren. Bei suggestiblen Lesern erzeugen sie jedoch genau erst die Probleme, die sie verhindern wollen.

Mein Fazit
Es taugt, wenn man das Klarträumen lernen möchte. Erfahrene Klarträumer werden wenig Neues erfahren. Ich hätte mir an manchen Stellen gewünscht, dass der Autor tiefer in die Materie einsteigt. Im Gesamteindruck gebe ich dem Buch eine 3 (in Schulnoten)

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