Montag, 24. August 2015

Jemandem in die Augen zu sehen kann ganz schön psychedelisch sein

Lust auf einen kleinen Trip? Ganz ohne Drogen und in nur 10 Minuten? Ja, das geht:

Der italienische Psychologe Giovanni B. Caputo von der Universität Urbino beschreibt in einer Veröffentlichung in "Perception" ein Experiment, bei dem man LSD-ähnliche Visuals in nur zehn Minuten erzeugen kann: In schummriger Umgebung seinem Spiegelbild in die Augen zu starren.

Die Teilnehmer erlebten veränderte Bewusstseinszustände und sehr interessante Wahrnehmungen: Das Spiegelbild begann sich zu verformen und zu verändern, manche Teilnehmer sahen statt ihrem eigenen Gesicht das Gesicht eines Elternteils oder einer komplett unbekannten Person. Wieder andere sahen Monster oder Fantasiefiguren. [Quelle]

Die Effekte werden nochmal intensiver, wenn man statt in den Spiegel in das Gesicht einer anderen Person schaut. In einer weiteren Studie desselben Forschers saßen sich, wieder in schummriger Umgebung, je zwei Teilnehmer gegenüber um sich tief in die Augen zu sehen. Diesmal waren die Bilder noch psychedelischer. Vor allem Tiere, Monster und Fantasiewesen wurden deutlich häufiger wahrgenommen.

Zwei Autorinnen von Quarz haben dieses Experiment aus Neugierde ebenfalls durchgeführt und hatten ähnliche Erlebnisse: Die Person gegenüber verwandelte sich in einen Indianerhäuptling oder eine Löwin.

Interessant fände ich auch, wie sich das Erleben verändern würde, wenn man diese Übung regelmäßig macht. Die Erlebnisse bei meditativen Übungen werden mit zunehmender Erfahrung intensiver, länger und stabiler. Ein vollkommen neues Feld für viele Experimente tut sich auf.

Siehe auch:
Staring into someones eyes for 10 minutes can alter your consciousness
Staring into someone’s eyes for ten minutes is like tripping, without the drugs
Der Ganzfeld-Effekt

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