Mittwoch, 16. Dezember 2015

Wir basteln uns unsere eigene spirituelle Technik

Wenn man sich die spirituellen Techniken und Traditionen der Welt ansieht, dann fällt auf, dass sie meistens aus einer oder mehreren aktivierenden Tätigkeiten kombiniert mit einer dämpfenden Tätigkeit bestehen. Genau diese Kombination führt im menschlichen Gehirn zu diesen einzigartigen Empfindungen [1].

In Europa wird beispielsweise das aktivierende Singen mit dämpfender Dunkelheit und monotonen Texten verbunden. Die klassische christliche Messe wird an besonderen Anlässen zu Uhrzeiten gehalten, an denen der menschliche Körper eigentlich schlafen möchte.
Oder die klassische Meditation: eine aktivierende, fast unbequeme Sitzhaltung wird mit dämpfendem Reizentzug verbunden.
Auch die wirksamste Technik, um veränderte Bewusstseinszustände zu induzieren, tantrischer Sex, kombiniert den aktivierenden Sex ohne Höhepunkt mit dämpfender Entspannung und zeitweiser Bewegungslosigkeit.
Oder das Klarträumen oder Yoga oder autogenes Training. Dieses Prinzip findet man in allen Techniken  wieder.

In der Tabelle unten findet man aktivierende und dämpfende Techniken, die in meditativen Praktiken verwendet werden, gegenübergestellt.
Einerseits kann man, wenn man bei einer bestimmten Technik entweder immer einschläft oder nicht zur Ruhe kommt, noch ein aktivierendes bzw. dämpfendes Element hinzufügen. Etwa einen Kaffee vor einer Sitzung des Autogenen Trainings trinken bzw. die Übung im Lotossitz statt liegend durchführen.
Andererseits kann man eine vollkommen neue spirituelle Technik designen. Z.B. kann man  am Morgen direkt in einem dunklen Raum singen während man massiert wird.  Das ist möglicherweise nicht so praktikabel aber immerhin neu und innovativ. Spannend ist, sich entspannt hinzulegen und dabei die Faust angespannt zu lassen.
Wenn man aber Sex vor dem Höhepunkt und Schmerz mit Reizentzug und Bewegungslosigkeit kombiniert, dann kann das auch zu veränderten Bewusstseinszuständen führen. Das wird aber schon kommerziell angeboten, mit der Idee kommt man leider zu spät. 


Aktivierend Dämpfend
Einatmen Ausatmen
Aufrecht sitzen liegen
Helligkeit Dunkelheit
Bewegung Bewegungslosigkeit
Morgen Abend / Nacht
Körperanspannung Entspannung
Gähnen Lächeln
Unbequeme Haltung die Luft lange anhalten
Schmerz Reizentzug
Anstrengung monotone Tätigkeiten
Eigenen Namen Hören monotone Rhythmen
Zeichnen Massage
Singen Schlafdruck
Sex vor dem Höhepunkt Nach dem Höhepunkt
Jemanden in die Augen sehen Schaukelnde Bewegung
Kaffee trinken
Sprechen / Verbalisieren
Visualisierung


Es gibt noch drei Faktoren, die ebenfalls das Erlebnis beeinflussen, sich aber nicht in die Tabelle einordnen lassen. Sie sind deshalb nicht minder wichtig:
Bewusstheit, Intention und die Erwartungshaltung.


siehe auch:

Jemandem in die Augen zu schauen kann ganz schön psychedelisch sein
Der Ganzfeld-Effekt
Hypnagogic Report
Ganzfeld Report
Der Traumschuudan


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