Sonntag, 14. Mai 2017

Klartraum-Plausch - KTP II: Was für eine besondere Überraschung hast du in der Klartraumwelt erlebt?

In der zweiten Ausgabe des Klartraum-Plauschs von Traumlektuere.com geht es um die Frage:

Was für eine besondere Überraschung hast du in der Klartraumwelt erlebt?

Was ich an Klarträumen bemerkenswert finde ist die Tatsache, dass man dabei überrascht werden kann. Obwohl man sich (nach meinem bevorzugten Paradigma) in seinem eigenen Kopf und seiner eigenen Psyche befindet, ist es möglich, vollkommen unvorhergesehene Erlebnisse zu haben. Mein erster Gedanke zu der Frage war: Welche Überraschung? Die Spitzfindigkeit meines Unbewussten und dessen Hang zu Wortspielereien.


Vor einigen Monaten wollte ich mit einer Affirmation meine Klartraumhäufigkeit verbessern. Jeden Tag schnappte ich mir eine Mala - eine indische Meditationskette mit 108 Perlen - und wiederholte in Gedanken mein Mantra bzw. meine Affirmation: 'Ich bin ein guter Klarträumer, das Klarträumen fällt mir leicht'. Nach einigen Tagen begann die Affirmation Wirkung zu zeigen:
Mein nächster Traum fand auf einem Klartraumtreffen statt. Ich besuchte ich ein Treffen der Klarträumercommunity und verhielt mich zu allen Teilnehmern ausgesprochen höflich. Ich hielt anderen Teilnehmern die Türen auf und war allzeit freundlich. Natürlich: Ich hatte meinem Unbewussten ja die Nachricht gegeben: Ich bin ein guter Klarträumer.
Seitdem habe ich meine Affirmation etwas abgeändert: Ich überprüfe bei jeder Gelegenheit, ob ich träume.


Mich beeindruckt immer wieder, welches Potenzial für persönliches Wachstum in Klarträumen steckt. Meiner Erfahrung nach versteht und erkennt man die Botschaften des Unbewussten in klaren Träumen um ein vielfaches besser als in normalen Träumen. Es scheint das genaue Gegenteil der oft geäußerten Befürchtung, dass Klarträumer die Botschaften ihres Unbewussten blockieren, zuzutreffen.
Ähnliche Erfahrungen findet man auch in den Traumberichten in 'Schöpferisch Träumen' - nach wie vor eines der besten Klartraumbücher, besonders für psychologisch interessierte Träumer.
Rückblickend betrachtet waren die unerwarteten Botschaften, die ich in dem Moment auch eigentlich nicht hören wollte, die wertvollsten Traumerlebnisse.
In einem Traum benahm ich mich, da ich sowohl wusste, dass ich träume, als auch, was gleich passieren wird, dementsprechend arrogant. Nach einiger Zeit wollte ich mich mit einer Traumfigur unterhalten, doch sie entgegnete nur: 'Habe ich dir nicht schon genug Raum gegeben, um dich selbst zu präsentieren?' - Das saß. All die aufgebaute Euphorie fiel wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Ich wusste, dass die Figur recht hatte, nicht nur für mein Verhalten im Traum, auch im Wachleben lege ich manchmal so ein Verhalten an den Tag. So ähnlich müssen sich die Helden in der Unendlichen Geschichte fühlen, wenn sie in den Spiegel der zweiten Pforte sehen. Im Buch ergreifen die meisten Helden die Flucht. Genau das gleiche machte ich auch (was im Nachhinein nicht sehr reif war): Ich ergriff die Flucht ins Wachleben.
Rückblickend würde ich jedoch diesen Klartraum als einen der wertvollsten bezeichnen, auch wenn das Erlebnis alles andere als angenehm war.

Siehe auch:

Alle Beiträge zum Klartraum-Plausch

1 Kommentar:

  1. Ich danke dir für deine Antwort. Faszinierend, wie unser Verhalten im Klartraum uns an die eigenen Schwächen aus dem Wachzustand in Form von Kritik durch Traumfiguren erinnert und Gelegenheit gibt, an uns zu arbeiten. Das sind tatsächlich die wertvollsten Träume, weil uns direkt der Spiegel vor die Nase gehalten wird, ob es uns gerade passt oder nicht. Wir bekommen eine besondere Chance, aus diesen Erfahrungen zu lernen. Im Vergleich dazu verblassen viele andere Traum-Errungenschaften.

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