Dienstag, 2. Mai 2017

Klartraum-Plausch - KTP

Alex vom Blog Traumlektüre.com hat den Klartraumplausch ins Leben gerufen. Hier tauschen Klarträumer und Klartraum-Blogger ihre Erfahrungen und Erlebnisse über wechselnde Themen aus.


Das Thema des ersten KTP lautet:


Was hast du in Bezug auf das Klarträumen erst durch mehrere Anläufe (inkl. Lösungsweg) gelernt?
Das ist eine spannende Frage. Sie ist sehr vielschichtig und lässt sich von unterschiedlichen Blickwinkel betrachten.
Warum sollte man eine Fähigkeit im Klartraum zur Meisterschaft bringen? Was habe ich davon?
Ich finde, dass einfach viel zu oft gefragt wird: 'Und was habe ich davon?' Welchen Nutzen, welche Rendite ziehe ich daraus? Warum?




Auch wenn auf den ersten Blick kein direkter Sinn in der Sache zu finden sein sollte, so kann die Erfahrung, die der Träumende macht, den Einsatz mehr als wettmachen. Wie 'Kunst um der Kunst willen' kann man sagen: 'Klarträume um der Klarträume willen'.
Man kann im Traum etwas perfektionieren, was einfach Spaß macht. Vielleicht das Fliegen. Mit jeder Übungseinheit im Klartraum verbessert sich das Erlebnis und es macht noch mehr Spaß.
Bei manchen Handlungen im Wachleben tritt der Effekt ein, dass ein Erlebnis mit zunehmender Wiederholung immer langweiliger wird. Die erste Fahrt mit der Achterbahn im WL ist noch total spannend. Die zehnte Achterbahnfahrt erscheint dann im Vergleich zur ersten ziemlich unspektakulär. Im Traum bzw. Klartraum sind jedoch alle Mechanismen, die das Erlebnis abstumpfen lassen, abgeschaltet bzw. werden umgangen.
Sobald das Fliegen im Klartraum in Ansätzen langweilig wird, wird das Erlebnis automatisch intensiver, realistischer, tiefer, weil sich die Wahrnehmung intensiviert und verfeinert.




Wenn das Erlebnis etwas näher an der Realität ist, kann man diese erweiterte bzw. vertiefte Wahrnehmung und Bewusstheit sogar mit ins Wachleben nehmen. Ein Teilnehmer des Braunschweiger Klartraumtreffens berichtete mir, dass er Essen im Traum unglaublich intensiv erlebt. Und seitdem er diese Erfahrungen im Traum gemacht hat, kann er das Essen im Wachleben viel intensiver erleben und genießen. Daraus ergibt sich ein riesiger Gewinn an Lebensqualität.


Sportler profitieren nachgewiesenermaßen vom Training im Klartraum. Je intensiver und störungsfreier sie im Klartraum üben können, um so deutlicher ist auch die Verbesserung ihrer Leistung in der Wachrealität. Die Perfektion einer Fähigkeit im Traum hat deutliche Auswirkungen auf ihr Leben.




Im buddhistischen Traumyoga gibt es Übungen und Empfehlungen, um die Traumwelt zu beeinflussen, also die Fähigkeit zur Traumkontrolle zu verbessern und perfektionieren. Der Sinn dahinter liegt darin, sich selbst von geistigen Einschränkungen zu befreien, sich zu dekonditionieren um so eine größere geistige Flexibilität zu bekommen. Tenzin Wangyal Rinpoche schreibt in 'Übung der Nacht': 'Nur bei ausreichender Flexibilität sind wir nicht mehr Karma-Getriebene. [...] Indem wir die bis dahin akzeptierten Grenzen der Erfahrung sprengen, wird unser Geist immer geschmeidiger und flexibler. Wir gewinnen Luzidität und dann Flexibilität, und schließlich wenden wir diese geistige Flexibilität auf unser ganzes Leben an.'

Meine Erfahrung

In meinen ersten Klarträumen gelang es mir nicht, durch Wände zu gehen, obwohl ich in vielen Berichten gelesen habe, dass es unglaublich einfach sei. Meistens blieb ich entweder in der Wand stecken und kam nicht weiter, oder ich landete in einem schwarzen Nichts und wachte kurz darauf auf. Aber mit jedem Traum klappte es besser. In einem etwas späteren Traum blieb ich wieder stecken, diesmal in einer Glastür. Sie verwandelte sich wieder in eine gummiartige Substanz. Wieder kam ich weder vor noch zurück, aber ich konnte mich in diese Substanz reinsetzen und schaukeln.
Kurze Zeit später hatte ich den Durchbruch: Ich drohte wieder stecken zu bleiben. Aus den Tiefen meines Unbewussten tauchte plötzlich die Erkenntnis auf, dass ich mich nicht auf das 'Durchgehen', sondern auf das 'Ankommen' konzentrieren sollte. Und sofort bekam ich von hinten einen Schubs und glitt problemlos durch die Wand hindurch.
Genau diese Denkstrategie hat mir im Klartraum schon oft weitergeholfen. Wohin ich den Impuls meiner Gedanken richte, in diese Richtung entwickelt sich der Traum. Nicht loslaufen, sondern ankommen. Nicht das Problem suchen, sondern die Lösung.
Ich finde es immer wieder beeindruckend, welche großen Auswirkungen solche kleinen Änderungen im Denken auf den Traum und die Traumwelt haben.


Durch diese Erkenntnis habe ich mein Repertoire sowohl im Traum als auch im Wachleben um eine Facette erweitern können. Ich konnte direkt erfahren: Wohin ich meine Aufmerksamkeit richte, das stärke ich (mental).
Manchmal ist der Weg einfach das Ziel. In dieser Situation wäre es kontraproduktiv, die Aufmerksamkeit auf das Ziel zu richten. Es ist gut, zwischen beiden Möglichkeiten wählen zu können.

Siehe auch:

Alle Beiträge zum Klartraum-Plausch



1 Kommentar:

  1. Das “Wandproblem“ im Klartraum ist mir auch begegnet:) Ich mogelte mich zu Anfang mit dem Malen von Türen und Co. durch eine scheinbar feste Oberfläche. Am Ende klappte es auch durch die Konzentration auf das Ziel :), zuerst hervorgerufen durch das Gehen durch Vitrinen mit fixiertem Blick auf die Räumlichkeiten dahinter.

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