Freitag, 7. Juli 2017

[Review] The WILD way to Lucid Dreaming

Das Buch The WILD Way To Lucid Dreaming: Lucid Dreaming On Demand  von Slider wurde mir empfohlen und ich habe es gleich voller Begeisterung gekauft. Hier meine Meinung zum Thema:


TL;DR: Ich kann das Buch guten Gewissens NICHT empfehlen bzw. guten Gewissens vom Kauf abraten.


Kurz zusammengefasst möchte ich meinen Bloggerkollegen Raipat zitieren, der [über ein anderes Buch] sagte:
Ein typisches "Selbstverlagsbuch".
Vorhanden: guter Wille, Sendungsbewusstsein, Geschäftstüchtigkeit
nicht vorhanden: bahnbrechend Neues, Lektorat, Daseinsberechtigung
Das trifft auch auf dieses Buch zu. Es ist 170 Seiten dick, die man problemlos auf drei Forenposts zusammenkürzen könnte:

1. Eigene Erfahrung des Träumers

Das ist der mit Abstand lesenswerteste Teil des Buches. Der Autor beschreibt sehr lebhaft seine ersten Klarträume und berichtet, wie sehr das Klarträumen sein Leben verändert hat. Das macht Lust auf mehr. Am liebsten möchte man sich sofort ins Bett legen und Loswilden.

2. Beschreibung seiner WILD-Technik

Ich hatte mir beim Kauf des Buches eine sehr umfangreiche Beschreibung und eine Vielzahl von WILD-Übungen versprochen. Leider wurde ich enttäuscht. Die Kernaussage dieses Buches lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:
Mache ein WBTB, lege dich wieder hin, beobachte die Hypnagogien und irgendwann hast du den Kniff raus: Du gleitest bewusst in den Traum. Wenn du aufwachst, dann mache sofort weiter, so dass im Idealfall eine Kette aus Klarträumen und Traum-Wiedereinstiegen entsteht.

Das war's. Für diese Erkenntnis hätte es wirklich kein Buch gebraucht. Ich fand es einfach nur enttäuschend.

3. DILD-Bashing

Der Rest des Buches besteht aus DILD-Bashing. Scheinbar hat der Autor sehr schlechte Erfahrungen mit den Klarheit gewinnenden Techniken gemacht. Zu jeder sich bietenden Gelegenheit schweift der Autor ab und ergeht sich seitenlang darin, wie schlecht und unzuverlässig er doch DILD-Techniken findet. Irgendwann fand ich es einfach nur ermüdend. Bei seinem Rant über DILD-Techniken bleibt er so einseitig und oberflächlich, dass ich mich frage, ob er jemals ein Buch über die Klarträumerei zu Ende gelesen hat. Es erweckt den Anschein, dass er sich crappy eingelesen hat, keinen Erfolg hatte und jetzt alles doof findet, was nach DILD klingt. Auf MILD, SSILD, FILD usw. geht er nicht einmal in einer Randnotiz ein. Das erweckt nicht den Eindruck, dass er besonders gründlich recherchiert hätte.
Den Eindruck verstärkt auch noch, dass er ständig Waking induced Lucid Dream und Dream induced Lucid Dream schreibt. Es müsste streng genommen initiated heißen. Waking Initiated Lucid Dream - ein aus dem Wachleben gestarteter Klartraum. Induced würde auf eine Ursache hindeuten, was hier nicht zutrifft. (bei MILD - Mnemonic Induced Lucid Dream ist es hingegen zutreffend, da die Gedächtnistechnik der Auslöser für den Klartraum ist, deshalb induced).


Besonders ärgerlich finde ich, dass der Autor seine schlechten Erfahrungen verallgemeinert und  gebetsmühlenartig wiederholt. Ich kann mir vorstellen, dass das bei unbedarften Lesern zu negativen Glaubenssätzen führt. Das braucht es wirklich nicht.


Ich vergebe 2 von 10 Sternen.








Siehe auch:

Nukular, das Wort heißt Nukular


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