Freitag, 29. September 2017

Klartraum-Plausch - KTP IX: Wie könnte die Gesellschaft am meisten vom Klarträumen profitieren?


In der neunten Ausgabe des Klartraum-Plauschs von Traumlektuere.com geht es um die Frage:
Wie könnte die Gesellschaft am meisten vom Klarträumen profitieren?
Ich bin davon überzeugt, dass jeder, der sich mit dem Klarträumen befasst und einige Erfahrung im Klarträumen sammelt, davon profitieren wird. Wenn einzelne Mitglieder der Gesellschaft profitieren, dann wird auch die Gesellschaft als ganzes profitieren.

Albträumen den Schrecken nehmen

Alleine dadurch, dass man durch das Klarträumen ein sehr zuverlässiges Mittel gegen Albträume an der Hand hat, gewinnt der Schlaf deutlich. Das führt für den Betroffenen zu mehr Lebensqualität und zu erholsamerem Schlaf. Man hat mehr Energie, die Dinge im Leben anzupacken, die einem wichtig sind.
Jeder Klartraum an sich ist ein tiefes Erlebnis - Viele Klarträumer berichten, dass sie nach einem Klartraum euphorisch und beschwingt durch den Tag gehen. Diese Begeisterung hält bei manchen Träumern sogar über eine Woche an. Dadurch ist man deutlich resistenter gegenüber Stress und ruht mehr in seiner Mitte. Diese Euphorie kann auch auf andere Menschen überspringen.

Kreativität und Problemlösung

Träume sind eine unerschöpfliche Quelle der Kreativität. Nicht nur Künstler sondern jeder, der einen kreativen Ansatz benötigt, kann davon profitieren. Neue Lösungsansätze für berufliche und private Probleme können zu vollkommen neuen Ergebnissen führen - Beziehungen können harmonischer gestaltet oder auf eine komplett neue Basis gestellt werden, neue Herangehensweisen in beruflichen Herausforderungen können zu mehr Innovation führen.
In 'Träume, was du träumen willst: Die Kunst des luziden Träumens' beschreibt Stephen LaBerge viele Beispiele, in denen Träumer das kreative Potenzial ihrer Träume genutzt haben.
Künstler aller Art können Inspiration für neue Werke finden. In 'The Dreams behind the Music' hat der Craig Sim Webb mehr als 100 Musiker portraitiert, deren Musikstücke von Träumen inspiriert wurden. Maler können als Klarträumer ihre Traumbilder bewusst intensivieren, Architekten können die Kreativität ihrer Träume nutzen, um neue Wege zu gehen - Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt.
Wie könnte eine Gesellschaft aussehen, die dieses Potenzial nicht ungenutzt lässt sondern systematisch nutzt?

Psychohygiene

Besonders beeindruckend fand ich die Geschichte aus Paul Tholeys Buch 'Schöpferisch Träumen': Ein Mann, der sich irgendwie unzufrieden fühlte, begann aus Neugierde, das Klarträumen zu lernen. Nach einem emotional erschütternden Klartraum, in dem er viel über sich gelernt hat, verbesserten sich plötzlich die Beziehung zu seinen Mitarbeitern und seiner Familie. Er hat es geschafft, die Botschaften seines Unbewussten zu verstehen und sein Verhalten zu ändern.
In 'Schöpferisch Träumen' finden sich viele weitere Klartraumberichte, in denen die Träumenden wertvolle Informationen über sich selbst bekamen und ihr Verhalten ihren Mitmenschen gegenüber dadurch überdenken konnten.

Bewusstheit

Ich habe den Eindruck, dass klar zu träumen auch das Bewusstsein für die Dinge im Wachleben schärft. Das Klarträumen scheint die Sinne für einen bewussteren und intensiveres Erleben zu öffnen - Der Geschmack eines Stücks Kuchen oder der Eindruck eines Kunstwerks werden viel bewegender und bedeutsamer empfunden.
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Studie der Universität Northampton: Nach einem zwölfwöchigen Training im Klarträumen konnten die Forscher zeigen, dass sich Wahrnehmung verändert hat. Die Testpersonen hatten eine reduzierte Feldabhängigkeit.







https://www.northampton.ac.uk/news/researchers-demonstrate-impact-of-lucid-dreaming/


“People high in this characteristic tend to be more self-sufficient, less reliant on colleagues support when completing tasks, have a much stronger internal compass, and tend to perform better in formal educational programmes than field dependent individuals.”
Würde die Gesellschaft davon profitieren, wenn mehr ihrer Mitglieder weniger feldabhängig wären?

Wie kann die Gesellschaft am meisten profitieren?

Je mehr Leute vom Klarträumen wissen, umso mehr Leute werden wahrscheinlich anfangen, sich bewusst damit auseinanderzusetzen und von den positiven Wirkungen zu profitieren. Ich habe sogar einige Leute getroffen, die nur vom Klarträumen zu hören brauchten und in der Nacht darauf schon ihren ersten Klartraum hatten.
Wenn das Klarträumen mehr in die öffentliche Diskussion käme und seriös und gut recherchiert rübergebracht wird, dann kann ein Maximum an Menschen die Vorteile nutzen.
Denkbar fände ich auch, das pädagogisch Tätige darin zu schulen, wie man die Kunst des luziden Träumens optimal unterrichtet. Besonders Kindergärtner*innen oder Grundschullehrer*innen könnten so Kindern, die unter Albträumen leiden, gut helfen.
Kunst- und Musikhochschulen könnten Klartraum-Retreats anbieten und natürlich könnte sich das Klarträumen unter psychotherapeutisch Tätigen weiter verbreiten.





Siehe auch:

Alle Beiträge zum Klartraum-Plausch

Freitag, 15. September 2017

Erwartungshaltung und Selbsterfüllende Prophezeiungen beim Klarträumen

Gerade beim Lernen des Klarträumens spielt die Erwartungshaltung eine bedeutende Rolle.
In Situationen, die sich in die eine oder die andere Richtung entwickeln können, gibt die persönliche Erwartung häufig den entscheidenden Auslöser, einen Schubs in die eine oder andere Richtung. Dieses Phänomen bezeichnet man auch als 'sich selbst erfüllende Prophezeiung'.
Die Definition in der Wikipedia lautet:
„Die selbsterfüllende Prophezeiung ist anfänglich eine falsche Bestimmung der Situation, sie verursacht [aber] ein neues Verhalten, das bewirkt, dass die ursprünglich falsche Auffassung richtig wird. Die vordergründige Gültigkeit der selbsterfüllenden Prophezeiung führt eine Herrschaft des Irrtums fort. Denn der Prophet wird den tatsächlichen Gang der Dinge als Beweis dafür anführen, dass er von Anfang an recht hatte.“
Der Artikel in der Wikipedia führt das Konzept noch weiter aus und liefert viele einleuchtende und belegte Beispiele. Im folgenden möchte ich einige Beispiele aus der Klarträumerei anführen.
In diesem Artikel möchte ich ein paar Erfahrungen mit den selbsterfüllenden Prophezeiungen festhalten. Ich hoffe, dass wenn man die selbsterfüllende Prophezeiung als solche entlavt, sie ihre Macht verliert.

Stabilität

In der Community gab es eine hitzige Diskussion darüber, ob der erste Klartraum grundsätzlich sehr kurz sei. Person A behauptete, dass dies der Regelfall sei. Bei jedem, der von ihm das Klarträumen gelernt habe, sei dieser Effekt aufgetreten. Es stellte sich heraus, dass er genau das in sein Tutorial geschrieben hatte.
Klarträumer, die davon nichts gehört haben, erleben diesen Effekt nicht. Im Gegenteil - in 'Schöpferisch Träumen' schreibt Paul Tholey von Klartraumanfängern, die regelrecht klaustrophobisch wurden, weil sie aufzuwachen versuchten und es ihnen eine Zeitlang nicht gelang.


Meiner Erfahrung nach hat die Länge und Stabilität auch nichts mit der Klartraum-Erfahrung zu tun. Meine ersten Klarträume waren ebenfalls sehr lang und stabil. Wenn man noch mehr Stabilität im Klartraum haben möchte, kann man eine Stabilisierungstechnik anwenden.

Klarheit-bewahrende Techniken

Oft hört man in Diskussionen, dass man die WILD-Technik als Anfänger gar nicht zu versuchen braucht, weil sie so schwer sei. Das führt dazu, dass sich kaum Anfänger an Klarheit-bewahrenden Techniken versuchen. Das ist ein schönes Beispiel für eine selbsterfüllende Prophezeiung: Sehr wenige Anfänger haben Erfolg mit WILD-Techniken, einfach nur, weil sehr wenige Anfänger WILD-Techniken versuchen.


Ich vermute das Gegenteil: Bei WILD-Techniken kann man stetig auch kleine Erfolgserlebnisse erleben und sich darüber freuen, was die Motivation hoch hält. In Verbindung mit einem WBTB halte ich die neuen Ansätze wie SSILD oder FILD für effektiver und schneller.

Wirksamkeit der Techniken

Die Erwartungshaltung oder die Herangehensweise spielt auch bei der langfristigen Wirksamkeit der Klartraumtechniken eine Rolle. Ein Teil der Klarträumer hat das Paradigma, dass eine Klartraumtechnik wie eine Droge wirkt und dass sich gegen die Technik eine Art Toleranz entwickelt. Deshalb gehen sie von einer langfristigen Abnahme der Wirksamkeit der Techniken aus.
Die andere Gruppe sieht die Anwendung der Techniken als Training der Bewusstheit. Mit jedem Tag wird man bewusster, was durch die Neuroplastizität dafür sorgt, dass man langfristig immer bessere Erfolge erzielt und immer häufiger Klarträume bekommt - ähnlich wie ein Läufer immer ausdauernder wird und irgendwann einen Marathon oder Ultramarathon laufen kann.


Interessanterweise haben beide Gruppen recht. Beide Gruppen bekommen genau die Ergebnisse, die sie erwarten.

Erholung

Sind Klarträume so erholsam wie normale Träume? Gelegentlich höre ich die Befürchtung, dass man sich durch Klarträume nicht so gut erholen kann wie durch unbewusste Träume.
Hier scheint ebenfalls die Erwartungshaltung eine Rolle zu spielen: Wer erwartet, nach einem Klartraum schlecht erholt aufzuwachen, wird sich danach müde fühlen, wohingegen andere regelrecht euphorisiert in den Tag starten.


Albträume

Auch beim Inhalt der Klarträume scheint die Erwartungshaltung einen Einfluss zu haben. In seltenen Fällen befürchten Klartraum-Anfänger, dass die Luzidität zu Albträumen führen könnte und erleben diese dann auch. In wissenschaftlichen Studien hat sich jedoch genau das Gegenteil herausgestellt: Klarträume sind ein wirksames Mittel, um Albträume zu bekämpfen.
Besonders die von Paul Tholey entwickelte Methode, um Albträumen zu begegnen, hat sich als sehr wirksam erwiesen.

Seinen Namen aussprechen

Der Philosoph P.D. Ouspensky glaubte, dass man im Traum seinen eigenen Namen nicht aussprechen könne. Stephen LaBerge beschreibt die Erfahrungen einiger Klarträumer und Klarträumerinnen in Träume, was du Träumen willst und kommt zu folgendem Schluss:
[Abgesehen davon, dass ich hörte, wie meine Stimme meinen Namen aussprach, passierte nichts Ungewöhnliches.] Offesichtlich waren Ouspensky, Greens Testperson und [Patricia] Garfield von ihren vorherigen Erwartungen stark konditioniert gewesen. Dasselbe gilt natürlich für uns alle. Für Träume gilt noch stärker, was auch für das Leben im Wach zustand gilt: Wenn sie glauben, sie können es nicht, dann können sie es auch nicht. Wie Hentry Ford einst sagte: "Sie könne glauben, dass sie können, oder glauben, dass sie nicht können. Sie haben in jedem Fall recht. "

siehe auch:

Artikel über die Selbsterfüllenden Prophezeiungen in der Wikipedia
Artikel über den Pygmalion-Effekt in der Wikipedia
Macht der Erwartungshaltung - Podcast mit vielen Beispielen für selbsterfüllende Prophezeiungen
Der Schlüssel zum Klarträumen - Artikel von Silverbullet
So erschaffen wir unseren Erfolg selbst! // Alexander Hartmann



Donnerstag, 7. September 2017

Klartraumplausch VIII - Was macht deine bisher wichtigste Lektion im Klartraum aus

In der achten Ausgabe des Klartraum-Plauschs von Traumlektuere.com geht es um folgende Frage:

Was macht deine bisher wichtigste Lektion im Klartraum aus?

Das Besondere am Klarträumen ist für mich, dass man quasi im Vorbeigehen sehr wertvolle Erkenntnisse über sich erhält. Besonders schön finde ich dafür die Klartraumberichte aus Schöpferisch Träumen von Paul Tholey.
Ich selbst hatte einen emotional sehr intensiven Klartraum, in dem mir eine Traumfigur mittelfreundlich gezeigt hat, dass ich im Wachleben eine sehr unsympathische Angewohnheit habe. Als mir im Klartraum bewusst wurde, dass die Traumfigur recht hatte, hat mich das geschockt. Nach dem Aufwachen konnte ich aber mein Verhalten ändern.
Auch wenn die Lektion unangenehm bis schmerzhaft war, würde ich sie doch als meine wertvollste bezeichnen.

Siehe auch:

Alle Beiträge zum Klartraum-Plausch