Donnerstag, 21. Februar 2019

Lucid Dreaming, luzides Träumen - Workshop am 23.02.2019 in Hannover

Dieser Kurs ist so konzipiert, dass er sowohl für absolute Neulinge,  Anfänger als auch für Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet ist.

Allgemeines zum Klarträumen:

Klar zu träumen ist die Fähigkeit, sich während des Traums bewusst zu werden, dass man gerade träumt. Dadurch wird es dir möglich, dich im Traum frei zu entscheiden und so durch deine eigenen Handlungen den Verlauf des Traums zu beeinflussen und zu lenken.
Ein riesiger Schatz an Inspiration, Kreativität und neuer Abenteuer liegt vor dir und wartet nur darauf, gehoben zu werden:
Du kannst deine Träume deuten, noch während du sie träumst, kannst Lösungen für persönliche Probleme finden, neue Lieder komponieren, sogar Sportarten trainieren… all das während du im Bett liegst und schläfst. Auch Albträume kannst du schnell und zuverlässig loswerden, indem du im Einklang mit dem Unbewussten konstruktive Lösungen für die darunterliegenden Konflikte findest.
Besonders intensiv wird die Meditation im Klartraum erlebt. Da man im Klartraum einen sehr guten Zugang zu seiner Psyche hat, fällt es leicht, sehr tiefe Zustände zu erreichen.
Mit etwas Geduld kann das Klarträumen jeder erlernen. In diesem Workshop werden sowohl die grundlegenden Techniken zum Erlernen des luziden Träumens unterrichtet als auch eine
Vielzahl von praktischen Übungen durchgeführt. Bei Bedarf erarbeiten wir individuell einen Trainingsplan für das Üben zu Hause.

Schwerpunkte und Ablauf:

Wir beginnen um 18:00 mit einem ca. 45-minütigen Vortrag über das Klarträumen. Dieser Teil richtet sich besonders an Anfänger und Neulinge. Es wird auf die Grundlagen, Hintergründe und Anwendungen der luziden Träume eingegangen. Fortgeschrittene und Leute, die das letzte Mal schon dabei waren, können diesen Abschnitt überspringen.
Anschließend werden wir eine kurze Pause machen und um 19:00 Uhr mit praktischen Übungen beginnen.
Danach werden wir auf folgende Punkte eingehen:
- Klartraum-Hilfsmittel: Nahrungsergänzungen, Tees, Kräuter – was steckt dahinter? Was bringt mir das?
- Klartraum-Hilfsmittel: Apps, Blinkende Schlafmasken, Binaural Beats – Sinnvoll oder überteuerte Spielerei?
Den Rest des Abends werden wir wieder praktische Übungen durchführen. Sinn ist, die Bewusstheit tagsüber zu erhöhen, die Traumerinnerung zu verbessern oder den Zwischenzustand von Schlaf und Traum, die Hypnagogie, kennenzulernen und auch kreativ anzuwenden.

Benötigt werden:

- eine weiche Unterlage, z.B. eine Isomatte, und eine Decke
- ein Block (z.B. DIN-A-4) und Stifte zum Schreiben und Zeichnen
- sowie etwas Verpflegung für die Dauer des Workshops.
- eventuell eine Schlafbrille
Wir sammeln einen Beitrag von 5 - 10 € ein. Es ist jedem selbst überlassen wieviel er gibt. Tee und Kaffee for free...
Diesmal ist es wichtig, dass ihr pünktlich kommt, damit wir noch genug Zeit haben um in Ruhe anzukommen und uns anschließend über Erfahrenes auszutauschen.


Datum: Samstag, 23. Februar 2019 um 18:00 bis ca. 22:00
bzw. Wer den Theorieteil weglassen möchte, ab 19:00 Uhr
P-15 Hannover
Pestalozzistraße 15, 30451 Hannover

Donnerstag, 7. Februar 2019

Klarträume, DMT und die Zirbeldrüse

Welchen Einfluss hat unsere Zirbeldrüse auf das Traumleben? Welche Rolle spielt DMT in unseren Träumen?

Brauchen wir unsere Zirbeldrüse nur zu entkalken und werden dadurch zum begnadeten Klarträumer?



In den sozialen Netzwerken hat sich eine Strömung gebildet, die Klarträume und OOBEs mit körpereigenem DMT erklären wollen, das angeblich in der Zirbeldrüse gebildet werden soll.
Die Vermutung, dass DMT für veränderte, mystische Bewusstseinszustände verantwortlich ist, wurde durch das Buch DMT-Das Molekül des Bewusstseins von Richard Strassman populär.
In den späten 1990er Jahren verabreichte Dr. Strassman Probanden Dimethyltryptamin in verschiedenen Dosen. Die Probanden erlebten beeindruckende veränderte Bewusstseinszustände.
Der Umkehrschluss, dass alle veränderten Bewusstseinszustände von körpereigenem DMT ausgelöst werden, ist allerdings nicht zutreffend und nach neueren Erkenntnissen (Siehe das Video von David Nichols weiter unten) auch unwahrscheinlich. Die Menge an endogenem DMT ist bei weitem nicht ausreichend, um psychoaktiv wirksam zu sein.
Nichols pointed out that the pineal gland weighs less than 0.2 grams and only produces about 30 µg of melatonin per day. The pineal gland would need to rapidly produce about 25 mg of DMT to provoke a psychedelic experience. [Quelle]

Markus Berger schreibt in seinem sehr umfassenden Buch DMT: Forschung, Anwendung, Kultur ebenfalls, dass es wissenschaftlich nicht geklärt ist, ob DMT überhaupt als Neurotransmitter fungiert. Dafür zitiert er Steven Barker:
Wir haben bisher keine belastbaren Daten, die sich auf das wahre Verhältnis von DMT zu den diversen physiologischen Zuständen beziehen.

Die Zusammenfassung des Kapitels zum Thema DMT und Träume:
[...] In Wirklichkeit kann die Forschung zurzeit keine definitiven Aussagen dazu treffen.
Die aktuell (Juni 2019) diskutierte Studie "Biosynthesis and Extracellular Concentrations of N,N-dimethyltryptamine (DMT) in Mammalian Brain" kommt zu folgenden Schlüssen:
We found that DMT concentrations in the brain are independent of the pineal gland, as cortical DMT levels show no significant difference with or without the pineal Gland. [...]At this point, it is uncertain to what extent, if any, the pineal contributes to DMT production 
Diese Studie wurde 2019 von David Nichols hinsichtlich der Ergebnisse und Messmethoden kommentiert, worauf unten im Text noch eingegangen wird.



DMT und Träume

Spielt DMT als Neurotransmitter in der REM-Phase überhaupt eine Rolle?
Die Neurowissenschaft der Traumphase wird wissenschaftlich sehr intensiv erforscht. Im Buch Dreams: Understanding Biology, Psychology, and Culture kommen Experten aller Fachrichtungen zum Thema Traum, Klartraum und Traumarbeit zu Wort. In Kapitel 2 "The Neuroscience of Dreaming" wird sehr intensiv auf die beteiligten Neurotransmitter eingegangen: Dopamin, Acetylcholin, Noradrenalin, Serotonin. Die Zirbeldrüse und Dimethyltryptamin kommen im gesamten Buch nicht vor.
Im Gegenteil, exogenes DMT scheint sogar den REM-Schlaf sogar zu unterdrücken:
 N,N-Dimethyltryptamine (DMT) was found to inhibit REM and SWS in healthy
individuals (Barbanoj et al., 2008) [Can we induce lucid dreams? A pharmacologicalpoint of view]
Ich  vermute, dass es daher kommt, dass DMT an die Serotonin-Rezeptoren andockt und Serotonin die höchste Konzentration während des Tiefschlafs hat. (vlg. Thomas Yuschak - Advanced Lucid Dreaming - The Power of Supplements)

Verkalkung der Zirbeldrüse

Die (allerdings unbewiesene) Vermutung, dass das DMT, das für veränderte Bewusstseinszustände nötig ist, von der Zirbeldrüse gebildet würde, legt nahe, dass man seine Zirbeldrüse möglichst gesund halten sollte. Im Laufe des Lebens reichern sich wegen des hohen Stoffwechsels in der Zirbeldrüse Kristalle an, auch Verkalkung genannt. Besonders ausgeprägt ist der Vorgang beim Übergang ins Erwachsenenalter.
Dieser Effekt tritt auch bei anderen Tieren wie Rindern auf.
Einen guten Überblick über den Stand der Forschung gibt Mai Thi Nguyen-Kim im Video unten.

Entkalkung der Zirbeldrüse

Aber zum Glück soll es Abhilfe geben: Man braucht einfach nur die Zirbeldrüse wieder zu entkalken. Das soll auch ganz einfach gehen - durch die Einnahme bestimmter Lebensmittel und durch das Meiden anderer. Zucker, Fluorid, Tabak und Alkohol sind zu meiden, dafür soll man andere Lebensmittel vermehrt zu sich nehmen: Kurkuma, Bor, viel Obst und Gemüse, Ingwer und Knoblauch. Weiterhin sollen Sauna, Meditation und das Chanten von Mantras ebenfalls wirksam sein.
Ein Nachweis, dass diese Mittel tatsächlich die Zirbeldrüse entkalken steht aus. Um diesen zu erbringen, müsste eine bestimmte Anzahl von Probanden sich diesem Reinigungsvorgang unterziehen und es müssten vorher-nachher-Röntgenbilder der Zirbeldrüse angefertigt werden. Anhand der Daten könnte dann ein wissenschaftliches Paper verfasst werden, das nach dem Peer-Review-Prozess in einem Journal erschiene. Das ist allerdings nicht geschehen.
Stattdessen berichten jedoch viele Anwender, dass sie sich tatsächlich nach dem Entkalkungsprogramm besser fühlen würden und sich häufiger an Träume erinnern.
Das kann viele Gründe haben. Allgemein ist eine Ernährung ohne raffinierten Zucker, Alkohol und Tabak und reich an frischem Gemüse gut für die Gesundheit, was sich in einem gesteigerten Wohlbefinden und besserem Schlaf zeigt.
Außerdem sind fast alle dieser Mittel dafür bekannt, Entzündungen im Körper zu senken oder die Neurogenese zu aktivieren. Die empfohlenen Methoden könnten eins zu eins aus Dave Aspreys Bulletproof-Programme entnommen sein. In erster Linie zielt dieses Trainings- und Ernährungsprogramm darauf ab, Entzündungswerte zu senken und so die Mitochondrien im Präfrontalen Cortex zu aktivieren. Entzündungen senken die Aktivität der Mitochondrien, besonders im evolutionär neueren Teil des Gehirns, dem Neocortex, so Asprey. Die Folge davon sei ein Gefühl der Benebeltheit - Brain Fog. Da gerade der Präfrontale Cortex für die Klarheit im Traum verantwortlich ist, können sich vermehrt Klarträume einstellen, wenn man diese Tipps in die Praxis umsetzt.
Andere Tipps können tatsächlich gefährlich sein. Play Safe!

Werden sogenannte DMT-Erfahrungen tatsächlich von DMT erzeugt?

Einige YouTuber und Blogger berichten begeistert von DMT-Erfahrungen mit ihrem körpereigenen DMT, die sie durch Meditation oder durch andere geistige Techniken ausgelöst haben.
Ich bezweifle nicht, dass sie diese Erfahrungen tatsächlich gemacht haben, aber wurden sie tatsächlich durch DMT ausgelöst? Man weiß es nicht, weil man es nicht messen kann.
Man kann lediglich sagen, dass die Person einen veränderten Bewusstseinszustand erlebt hat, der wodurch auch immer ausgelöst wurde. In diesem Fall von einer DMT-Erfahrung zu sprechen, halte ich für verfrüht und logisch nicht zwingend.


An veränderten Bewusstseinszuständen können eine Vielzahl von Neurotransmittern Gehirnregionen beteiligt sein. Ein so komplexes System wie das menschliche Gehirn nur auf einen Parameter herunterbrechen zu wollen, halte ich für zu kurz Gedacht. Einen gute Einführung in das Thema Neurotransmitter gibt das Buch Körpereigene Drogen von Joseph Zehentbauer.

Aktuelle Forschung

Eine Studie von u. a. Jon Dean und Rick Strassman aus dem Jahr 2019 hat im Gehirn sterbender Ratten eine um das sechsfache erhöhte Konzentration von DMT festgestellt. Dieser Effekt tritt auch dann ein, wenn die Zirbeldrüse der Ratten operativ entfernt wurde.
David Nichols hat dazu einen fachlich sehr interessanten Kommentar verfasst:


DMT in the Mammalian Brain: ​A Critical Appraisal- Charles D. Nichols, David E. Nichols  
In a previous publication by some of these coauthors (and prior to their studies focusing on DMT), Li et al. (2015) emphasized that asphyxia generates a “brainstorm” of neurochemicals. To wit, “An immediate and sustained surge of a large set of core neurotransmitters within the cortex occurs in response to asphyxia. In both frontal and occipital cortices, a dramatic and significant surge of neurotransmitter secretion was detected for as long as 20 min of asphyxia for all neurotransmitters tested.” They found that cortical levels of serotonin (5-HT) surged more than 20-fold, norepinephrine more than 30-fold, and dopamine more than 12-fold. Additionally, levels of glutamate and other neurotransmitters including acetylcholine, adenosine, aspartate, taurine, histamine, and glycine all surged within minutes after asphyxiation. Thus, it is curious that Dean et al. (2019) focuses only on DMT as an important player in brain death within this context. [...] 
It should be mentioned that INMT is not specific for N-methylation of tryptamine, but also N-methylates a variety of other arylethylamines including, tyramine, normetanephrine, metanephrine, 3-methoxytyramine, dopamine, and octopamine (Axelrod 1962), as well as histamine (Herman, Bowsher et al. 1985). Importantly, therefore, INMT cannot be seen strictly as a proxy for DMT production. 

A most critical aspect lacking in the discussion was a practical understanding of receptor pharmacology. 5-HT has a 10-fold higher affinity for the 5-HT2A receptor than DMT (PDSP Ki Database). Even if we accept that DMT is present at half the levels of 5-HT in cortex under normal physiological conditions, the combination of higher 5-HT levels and higher affinity of 5-HT for the target receptor indicate that DMT will not be engaging the receptor to any appreciable degree at baseline conditions. During asphyxiation, as the authors’ previous work shows, and as they interpret data here, levels of serotonin increase over 20-fold compared to only a 6-fold increase for DMT (Dean et al. Fig 4A), further widening this gap. At these comparative levels, with the 10-fold higher affinity of serotonin, 5-HT2A receptors would be saturated with serotonin and engagement of receptors by DMT in the presence of that much serotonin (and/or N-methylserotonin) would essentially be zero. [...]
To be very clear, we are not arguing that DMT is not produced in the cortex of the rat. Rather, even with the production of amounts of DMT indicated by the authors’ data, the higher levels of serotonin, and potentially N-methylserotonin, are much more likely to induce a behavioral response through the 5-HT2A receptor. The “brainstorm” of additional neurochemicals may also be relevant to altered consciousness, and in addition, suggests the potential role of dynorphin or other endorphins, which were not measured, cannot be discounted.
Science aside, a real problem with this report is that it is being taken up by the popular culture media and widely spread to a lay audience as now established dogma. Without a critical reading of the publication, advocates for the importance of endogenous DMT in the brain will and are saying, “see, we told you so.” Unfortunately, it only serves to propagate a pseudoscience meme. If we take the “politics” of DMT out of the equation, and simply examine the data presented, the publication by Dean et al. certainly is interesting and suggests additional directions to explore scientifically, but does not meet the bar for either claim that DMT is at functional levels in the cortex comparable to serotonin or is the “near death” neurotransmitter.







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Siehe auch:

N,N -dimethyltryptamine and the pineal gland: Separating fact from myth - David Nichols
DMT in the Mammalian Brain: ​A Critical Appraisal- Charles D. Nichols, David E. Nichols
No reason to believe the pineal gland alters consciousness by secreting DMT, psychedelic researcher says
The DMT Gland: The Pineal, The Spirit Molecule, and Popular Culture - Graham Peter St John


Science of pineal gland calcification
Pineal Gland Calcification in der englischen Wikipedia
Affirming the consequent
A possibly sigma-1 receptor mediated role of dimethyltryptamine in tissue protection, regeneration, and immunity
Titanium Lucid Dreaming