Mittwoch, 20. November 2019

Berühmte Klarträumer

Berichte über Träume, in denen der Träumer darüber bewusst ist, dass er gerade träumt finden sich in den unterschiedlichsten Kulturen. 

Aphex Twin

Richard James aka Aphex Twin ist natürlicher Klarträumer. Bereits seit seinem siebten Lebensjahr träumt er gelegentlich luzid. In einem Interview aus dem Jahr 1994 sagt er:
I go to sleep, dream I’m in my studio with imaginary bits of gear and do a track. Then I wake myself up and recreate it. I can do this in about 20 minutes.

Artistoteles

In seiner Abhandlung „Über Träume“ findet man bei Aristoteles den Satz:  „oft nämlich sagt einem, wenn man schläft, etwas in seinem Bewusstsein: Was dir da erscheint, ist nur ein Traum“. 

Christian Hölmann

Christian Hölmann (* 28. Dezember 1677 in Breslau; † 28. Januar 1744 ebenda) war Mediziner und Dichter.
C. Hölmann - Traum
Mir kam im Schlaffe vor
Dorindens angesicht
Das zeigt in Minen sich gantz gegen mich verpflicht
Sie drückte mir die hand
und das gewünschte küssen
Ließ sie sich dißmahl nicht
wie andersmahl verdrüssen
Ich spielte gantz vergnügt
mit dem was die natur
vor schätze eingelegt in ihre liebes=spur
Doch ich besann mcih bald daß diß ein traum nur sey
Hierauff so liessen mich des schlaffes fessel frey
Ach wünscht ich
da ich noch besah die leeren hände
Ach warum hatte denn ter traum so bald ein ende

Dustyn Lucas

Der kanadische Künstler lässt sich von seinen surrealistischen Bildern von seinen Klarträumen inspirieren. [Quelle]

Ernst Mach

Der Physiker und Philosoph Ernst Mach, nach dem auch die Mach-Zahl benannt ist,  schreibt 1922 in "Die Analyse der Empfindungen":
Als ich viel mit Raumfragen beschäftigt war, träumte mir von einem Spaziergang im Walde. Plötzlich bemerkte ich die mangelhafte perspektivische Verschiebung der Bäume und erkannte daran den Traum.

Friedrich Nietzsche

Nietzsche schreibt in 'Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik':
Über diesen naiven Künstler gibt uns die Traumanalogie einige Belehrung. Wenn wir uns den Träumenden vergegenwärtigen, wie er, mitten in der Illusion der Traumwelt und ohne sie zu stören, sich zuruft: 'Es ist ein Traum, ich will ihn weiterträumen', wenn wir hieraus auf eine tiefe innere Lust des Traumanschauens zu schließen haben, wenn wir andererseits, um überhaupt mit dieser inneren Lust am Schauen träumen zu können, den Tag und seine schreckliche Zudringlichkeit völlig vergessen haben müssen: so dürfen wir uns alle diese Erscheinungen etwa in folgender Weise, unter der Leitung des traumdeutenden Apollo, interpretieren.

Galen von Pergamon


Auch Galen von Pergamon im zweiten Jahrhundert verwendete Klarträume in seiner Therapie.  

Gronkh

In diesem Video berichtet Gronkh begeistert von seinem ersten Klartraum.
Jesse Ball
Der experimentelle Schriftsteller Jesse Ball lässt sich für seine Bücher von Träumen und Klarträumen inspirieren. Seine bekanntesten Bücher sind 'Silence once begun', 'A cure for Suicide' und 'How to set fire and why'. Eines seiner nächsten Projekte ist ein Klartraumhandbuch für Kinder. [25]
http://www.chicagomag.com/Chicago-Magazine/July-2016/Jesse-Ball/

Ludiwig Wittgenstein

In einem Brief an Paul Engelmann schreibt Wittgenstein:

Unser Leben ist wie ein Traum. In den besseren Stunden aber wachen wir so weit auf, dass wir erkennen, dass wir träumen. Meistens sind wir aber im Teifschlaf. Ich kann mich nicht selber aufwecken!Ich bemühe mich, mein Traumleib macht Bewegungen, aber mein wirklicher rührt sich nicht. So ist es leider!
Man kann vermuten, dass Wittgenstein klare Träume kannte.
Quelle

Linard Bardill

Der schweizer Musiker Linard Bardill nutzt seine Klarträume, um sich auf Auftritte vorzubereiten und Lampenfieber zu bekämpfen oder um sich zu neuen Liedern zu inspirieren. Radiobeitrag im SRF3




Michael Ende

Das Buch 'Der Spiegel im Spiegel' von Michael Ende basiert auf seinen Erlebnissen mit Träumen, Klarträumen und präluziden Träumen. Im Briefwechsel mit Werner Zurfluh beschreibt er unter anderem seine Erfahrungen mit dem Buch 'Schöpferisch Träumen' von Paul Tholey.

Richard Feynman

Als Richard Feynman, der spätere Physiknobelpreisträger, ein kleiner Juge war, gab ihm sein Vater ein Rätsel auf: „Stell dir vor, Marsmenschen kommen uns besuchen. Sie schlafen nie und wollen wissen, wie es sich anfühlt zu schlafen. Wie erklärst du es ihnen?“ Der kleine Richard wusste es natürlich nicht zu sagen. Die Frage wurde ihm auch nichg dadurch beantwortet, im Schlaf käme alle Verstandestätigkeit zum Erliegen; so dachte man in den 1930er Jahren. Aber Feynman war schon in jungen Jahren ein ungewöhnlich kritischer Geist, und wenn er ein Problem lösen wollte, dann ließ es ihm keine Ruhe. Über ein Jahrzehnt später kam er dem Geheimnis in einem langweiligen Universitätsseminar unverhofft näher. Der Vortrag des Professors hatte sich in ein monotones Murmeln verwandelt. Feynman war eingedöst und konnte doch beobachtzen, was in ihm vorging. In den nächsten vier Wochen machte er es sich zur Gewohnheit, sich nachmittags hinzulegen und den Übergang in den Schlaf aufmerksam zu verfolgen. Und mit einem Mal bemerkte er in einem Traum, dass er träumte. Er sah sich auf dem Dach eines Eisenbahnwagens, der auf einen Tunnel zufuihr. Er spürte siene Angst, aber er wusste auch, dass er sich nur ducken musste. Er erlebte das Schwanken des Wagens . Und voller Überraschung stellte er fest, dass er Farben wahrnahm. - hatter er als Kind des 20. Jahrhunderts doch geglaubt, in seinen Träumen Schwarz-Weiß-Bilder zu sehen.

Nun befand er sich in dem Waggon. Durch eine große Glasscheibe erblickte er drei attraktive Mädchen im Badeanzug. Er ging an ihnen vorbei in den nächsten Waggon. Aber warum eigentlich sollte er sich den reizvollen Anblick entgehen lassen? „Da entdeckte ich, dass ich umdrehen konnte. Ich konnte meinen Traum lenken!“ Er kehrte in den Wagen mit dem aussichtsreichen Fenster zurück.“Ich war erregt, sagte mir Sätze wie >Wow, es funktioniert!< und erwachte.
Stefan Klein – Träume – Eine Reise in unsere innere Wirklichkeit

Robert Louis Stevenson 

In seinen Memoiren schreibt Stevenson über die kleinen Leute seiner Träume. Sie ließen ihn die Geschichten in seinen Träumen erst selbst erleben.
[Paul Tholey - Schöpferisch Träumen, S. 66]

Sadko Solinski

Der international erfolgreiche Reitlehrer und Turnierreiter Sadko Solinski nutzte seine Klarträume, um sich auf Reitturniere vorzubereiten (Siehe Robert Waggoner - Klarträume - Wege ins Unterbewusstsein: So aktivieren Sie Ihr verborgenes Potenzial im Schlaf , S.169).

Thomas von Aquin

Thomas von Aquin bemerkte in der 'Summa Theologica' aus dem Jahr 1224, dass Klarträume häufig gegen Ende der Nacht und häufiger bei Leuten mit einer starken Vorstellungskraft auftreten.

Zachary Mason

Eigentlich ist er Programmierer im Silicon Valley. Seine Werke (The lost books of the Oddyssey, Void Star) sind auf den Bestsellerlisten der New York Times. Seine Inspiration bezieht er aus den Klarträumen, die er als seine kreative Energie bezeichnet.  ‘Void Star’ author Zachary Mason taps his lucid dreams to create inventive fiction

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